Frauenfußball
![]() Frauenfussballim TuS Ahrbachvon 1976 bis 1999(von Stephanie Freitag/Tank)
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| 1976-1985: Der Weg zur Rheinlandmeisterschaft |
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1976
war es soweit: Auf Initiative von Manuela Henkes wurde die Frauenfußball-Abteilung
des TuS Ahrbach ins Leben gerufen. Die Suche nach einem geeigneten Trainer
gestaltete sich zunächst schwierig – wer wollte schon eine Frauenmannschaft
trainieren? – doch schließlich erklärte sich Detlev Tank bereit, das
Training zu leiten. Die Entscheidung fiel ihm leicht, erwartete er zu diesem
Zeitpunkt doch ohnehin nicht, dass die Truppe das länger als vier Wochen
durchhalten würde – doch es sollte bekanntlich ganz anders kommen.
In der Saison 1977/78 nahm die Mannschaft, die damals ihre Spielerinnen noch größtenteils aus der näheren Umgebung rekrutierte, den Meisterschafts-Spielbetrieb auf und wurde prompt Kreismeister. Als Aufsteiger verlor man in der ersten Verbandsligasaison 1978/79 gegen den damals amtierenden deutschen Meister SC 07 Bad Neuenahr überraschenderweise gar nicht mal so deutlich, was die Mannschaft enorm anspornte. In
den folgenden Jahren wurden die Niederlagen gegen Neuenahr immer knapper -
die Rheinlandmeisterschaft entwickelte sich schließlich zu einem Duell
zwischen dem TuS und dem SC 07. Was die Neuenahrer aber endgültig zum
„Erzrivalen“ machte, war der Wechsel von sieben Ahrbacher Stammspielerinnen
zusammen mit ihrem damaligen Trainer Walter Mürtz nach Neuenahr zum Ende der
Saison 1983/84. Wer
allerdings glaubte, dass die Ahrbacher Frauen nun die Segel streichen würden,
der sah sich getäuscht: Detlev Tank nahm das Heft wieder in die Hand und getreu
dem Motto „was uns nicht umbringt, macht uns nur noch stärker“ errang das
Team in der Saison 1984/85 zum ersten Mal den viel umjubelten
Rheinlandmeistertitel - und auch im darauf folgenden Jahr hatte der TuS die Nase
vorn. 1987 ging der Titel dann wieder an „Altmeister“ Neuenahr. Doch schon 1988 gelang den Ahrbacherinnen das Double: Diesmal konnte man nicht nur den Meistertitel, sondern auch den Rheinlandpokal in den Westerwald holen.
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1986-1989: TuS Ahrbach spielt um die Deutsche Meisterschaft |
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In
den auf Meisterschaft und Pokal folgenden DFB-Wettbewerben, in denen die
jeweiligen Verbandsvertreter im K.o.-System aufeinander trafen, schlug sich
unsere Mannschaft im allgemeinen recht wacker. Unvergessen bleibt wohl das erste
Heimspiel gegen den FC Bayern München 1986, als über 2500 Zuschauer den Weg
ins Großholbacher Waldstadion fanden. In
bleibender Erinnerung auch das Spiel in München 1988, das der TuS Ahrbach erst
im Elfmeterschießen zu seinen Gunsten entscheiden konnte – was Trainer Tank
buchstäblich „umhaute“: Nach dem Elfer-Krimi sank er auf den Rasen des
1860er Stadions an der Grünwalder Straße
und blieb dort bewusstlos liegen, was sogar die Bild-Zeitung zu einem Artikel
animierte. Endstation in der Endrunde der Deutschen Meisterschaft war damals die
SSG 09 Bergisch-Gladbach – wobei eine äußert umstrittene
Elfmeterentscheidung zugunsten der Gladbacherinnen nicht ganz unschuldig war am
Ausscheiden der Ahrbacher Frauen. Nach
der Rheinlandmeisterschaft 1989 glückte der bislang größte Erfolg in der
Vereinsgeschichte: Der TuS Ahrbach drang bis ins Endspiel um die Deutsche
Meisterschaft vor. Dabei waren sowohl im Viertel- als auch im Halbfinale echte
Hochkaräter auszuschalten: Nachdem man im Viertelfinale gegen den TSV Siegen
sowohl im Hin- wie auch im Rückspiel ein 0:0 ermauern konnte, fiel die
Entscheidung wieder einmal im Elfmeterschießen: Torfrau Marion Isbert bewies
erneut Nervenstärke und versetzte den völlig entnervten Siegenerinnen mit
Glanzparaden den K. o. Im Halbfinale wartete dann der FSV Frankfurt, den man in
beiden Halbfinal-Begegnungen mit einer kämpferisch wie Leistungsträgerinnen des Teams waren dabei neben der schon erwähnten Torhüterin Marion Isbert und Libero Jutta Nardenbach auch Spielführerin Heike Neuroth. Im Trikot der Nationalelf errangen Marion Isbert und Jutta Nardenbach im gleichen Jahr auch erstmals die Europameisterschaft. |
1990-1991: Aufstieg in die Frauenfußball-Bundesliga |
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Nach
diesem so erfolgreichen Jahr 1989 folgte 1990 eine Reihe bitterer, aber
lehrreicher Erfahrungen. Als deutscher Vizemeister verpasste man mangels kämpferischer
Einstellung die inzwischen schon fast zur Gewohnheit gewordene
Rheinlandmeisterschaft und musste Bad Neuenahr den Vortritt lassen. Dies war um
so schmerzlicher, als in diesem Jahr der Titel Bedingung für den Aufstieg in
die neu gegründete zweigeteilte Frauenfußball-Bundesliga war. Doch damit nicht
genug: Auch in der Relegationsrunde konnte sich der TuS wegen erheblicher
Anlaufschwierigkeiten nicht gegen die SG Praunheim durchsetzen und musste so ein
weiteres Jahr in der nunmehr zweitklassig gewordenen Rheinlandliga verbringen. Doch
wiederum bewies die Truppe um den inzwischen zum Synonym des Ahrbacher Frauenfußballs
gewordenen Trainer und Manager Detlev Tank Charakterstärke: Obwohl zu Beginn
der Saison mit Jutta Nardenbach und Marion Isbert die absoluten Aushängeschilder
des Clubs dem Verein den Rücken gekehrt und zum TSV Siegen abgewandert waren,
holte man souverän den Rheinlandtitel und setzte sich auch in der
Aufstiegsrunde gegen den bayrischen Meister FC Wacker München, Hessenmeister
TSV Münchhausen und den saarländischen Meister SC Oberkirchen verlustpunktfrei
durch und stieg in die Frauenfußball-Bundesliga Gruppe Süd auf. In
der ersten Bundesliga-Saison erreichte das Team dank seiner Heimstärke das
angestrebte Minimalziel – den Klassenerhalt. Auf fremdem Platz kam man jedoch
nie über ein Remis hinaus – nur ein einziges Auswärtstor gelang dem Team
(Annelie Kranz beim 1:1 in Praunheim), dessen Leistungsträgerinnen nun Bettina
Berens, Melanie Lasrich, Beate Reuer, Betina Beyer und Christine Francke hießen.
Auch
in den folgenden drei Spieljahren zeichnete sich die Tank-Truppe vor allem durch
Einsatzbereitschaft und Kampfgeist aus. Allmählich konnte man sich auch
zunehmend an die noch immer wenig geliebten Auswärtsspiele gewöhnen und holte
auch den ein oder anderen Auswärtspunkt. Insider erstaunte die Heimstärke
erstaunte allerdings ein wenig – denn im Grunde hatten die Ahrbacherinnen noch
kein einziges echtes Heimspiel in der Bundesliga bestritten. In Ermangelung
eines eigenen Rasenplatzes trug die Mannschaft auch die Heimspiele auf fremden
Plätzen aus: Zunächst in Moschheim und teilweise in Girod, später im Stadion
in Montabaur. Bis aus dem scherzhaft „Stadion Rote Erde“ genannten Hartplatz
in Ruppach-Goldhausen eine schnieke Rasenfläche mit Bundesliga-Gardemaß wurde,
sollte noch einige Zeit ins Land gehen.
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| 1994: Hallen-Cup – das Masters der Frauen |
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| 1992-1995: Der TuS etabliert sich in der höchsten Spielklasse |
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Doch
nicht nur organisatorisch bewegte sich der Verein nun auf höchstem Niveau –
auch sportlich hatte man sich weiterentwickelt. Mit Melanie Lasrich, Bettina
Berens und Christine Francke standen im Kader des TuS nun wieder drei
Akteurinnen, die auch schon auf Einsätze im Nationaldress zurückblicken
konnten. Und auch die hervorragende Jugendarbeit trug Früchte: Stephanie Deurer
(heute Stephanie Manns), Silvia Mader, Elfrun Wende und Nicole Ferber zählten
zur DFB-Juniorinnenauswahl – und die Rheinlandmeisterschaft im Mädchenfußball
hatte wie einst der Titel im Seniorinnenbereich nur zwei ernsthafte Anwärter:
SC 07 Bad Neuenahr und TuS Ahrbach. Auch die zweite Frauenmannschaft konnte 1994
mit dem Rheinlandpokal erstmals einen Titel einheimsen und wurde zudem
Vize-Rheinlandmeister – wobei die Meisterschaftsrunde nun natürlich nicht
mehr den sportlichen Stellenwert hatte wie vor der Einführung der Bundesliga.
Frauenmannschaft 1994
Diese
Erfolge entfachten in der folgenden Saison den Ehrgeiz: Mit Top-Torjägerin
Heidi Mohr und der nicht nur in Insiderkreisen bekannten Ex-Nationalspielerin
Uschi Lohn wurde die Mannschaft vor allem im Angriff gezielt verstärkt. Zudem
kehrten Jutta Nardenbach und Marion Isbert wieder von ihrem Ausflug nach Siegen
zurück. Die Rechnung von Manager Tank schien zunächst aufzugehen: Erstmals
seit Gründung der Bundesliga qualifizierte man sich für die Runde der letzten
Vier, in der die Deutsche Meisterschaft zwischen den beiden jeweils best-platzierten Teams der Nord- und Südgruppe ausgespielt wurde. Doch trotz
eindrucksvoller Papierform war das Halbfinale gegen den späteren Deutschen
Meister Grün-Weiß Brauweiler Endstation. Zwar musste man sich im Hinspiel in
Brauweiler nur knapp mit 2:3 geschlagen geben – doch verlängerte sich die
ohnehin schon lange Liste angeschlagener Spielerinnen durch diese Partie um
Jutta Nardenbach, Christine Francke und Heidi Mohr. Dieser für die knappe
Niederlage gezollte Tribut war am Ende zu hoch – und so unterlag man im Rückspiel
deutlich mit 1:5. Nach
dieser Saison verließen Uschi Lohn und Heidi Mohr den Verein wieder – es
folgte eine Rückbesinnung auf alte Tugenden wie mannschaftliche Geschlossenheit
und Zweikampfstärke. Vor allem auswärts spielte das Team um Spielführerin
Bettina Berens
ungewöhnlich stark und fand sich so trotz eklatanter Heimschwäche
zur Winterpause auf einem sicheren Mittelfeldplatz wieder. Großes
Verletzungspech verhinderte jedoch am Ende eine gute Platzierung und so reichte
es nur zu Rang acht in der Abschlusstabelle.
Frauenmannschaft 1996 Oben v.l.: Silke Reitz, Yvonne Schmidt-Lehner, Tanja Egrek, Annette Limbach, Petra Ernst; Mitte v.l. Trainer Detlev Tank, Rebecca Bendel, Melanie Tank, Melanie Becker, Co-Trainerin Jutta Nardenbach, Stephanie Deurer, Silke Schiekel, Betreuer Dieter Müller Unten v.l. Evely Frank, Christine Franke, Bettina Behrens, Silvia Mader, Elfi Wende, Betreuer Werner Irion
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1997:
Abstieg aus der höchsten Spielklasse |
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Nicht
zuletzt dieses nur mäßige Abschneiden des in der Vorsaison noch so
erfolgreichen TuS führte dann auch dazu, dass Jutta Nardenbach zusammen mit
Jugendnationalspielerin Nicole Ferber den
Verein verließ und zum FC Rumeln-Kaldenhausen wechselte, während es Christine
Francke zum FSV Frankfurt zog. Abstieg
in die Regionalliga Mit
Melanie Lasrich, Beate Reuer, Stephanie Deurer (heute Stephanie Manns), Silvia
Mader, Annette Limbach (heute Annette Weißenfels) Bianca Spacke und Evelyn
Frank verfügte die Mannschaft aber nach wie vor über bundesliga-erfahrene
Cracks, die mit Nachwuchsspielerinnen wie Ines Beck, Martina Erbar
und Rebecca Bendel einen durchaus bundesligatauglichen Kader stellten.
Die Saison 1996/97 brachte jedoch einen weiteren Wechsel: Nach zwölf Jahren als
Chefcoach räumte Detlev Tank auf eigenen Wunsch den Trainersessel, denn die
Personalunion als Trainer, Manager und Vereinsvorsitzender hatten auch seiner
Gesundheit einiges abverlangt, so dass er sich gezwungen sah, deutlich kürzer
zu treten. Doch der neue Trainer Klaus Hahnel zeigte kein glückliches Händchen
und konnte aus dem verbliebenen Spielerinnenmaterial keine schlagkräftige
Truppe formen. Schon im Auftaktspiel bei Aufsteiger SC Sand lag man nach nur 12
Minuten mit 0:3 zurück – am Ende lautete der Spielstand 2:4. Bald war klar,
dass es so kaum gelingen würde, die Qualifikation für die in der kommenden
Spielzeit eingeführte eingleisige Bundesliga zu schaffen. Noch vor der
Winterpause folgte der nächste Trainerwechsel: Werner Muscheid übernahm die
auf dem letzten Tabellenplatz rangierende Mannschaft. Zwar konnte man in den
verbleibenden Spielen noch immerhin sieben Zähler einstreichen – doch am Ende
stieg man dennoch als Tabellenletzter in die Regionalliga ab. Da tröstete es
wenig, dass die zweite Mannschaft den zweiten Platz in der Verbandsliga vor der
Neuenahrer Reserve belegte.
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ab
1997: Regionalliga |
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Mit
dem Abstieg aus der höchsten Spielklasse war natürlich auch ein personeller
Aderlass verbunden – Melanie Lasrich, Silvia Mader und Beate Reuer wechselten
den Verein, Bettina Berens, Evelyn Frank und Bianca Spacke beendeten ihre
Karriere. Mit einem zahlenmäßig kleineren und deutlich verjüngten Kader
startete das Team – nun wieder unter Regie von Detlev Tank – in die erste
Regionalliga-Saison 1997/98, die man mit dem ersten Tabellenplatz abschloss, der
für die Teilnahme an der Bundesliga-Aufstiegsrunde qualifizierte. Hier setzte
sich jedoch ein alter Bekannter - der bayrische Meister FC Wacker München –
durch. Auch zahlenmäßig musste der TuS schließlich kleinere Brötchen backen:
Mangels ausreichender Spieldecke meldete man die zweite Frauenmannschaft zum
Saisonende notgedrungen vom Spielbetrieb ab. Auch
in der darauf folgenden Saison 1998/99 errang das Team die
Regionalligameisterschaft und nahm an der Aufstiegsrunde teil. Trotz der in der
Winterpause beschlossenen Kooperation mit dem TuS Linter sollte es auch diesmal
nicht zum Aufstieg reichen – von Verletzungspech gebeutelt musste man dem SC
Freiburg den Vortritt lassen. Auch
in anderer Hinsicht stand die Saison nicht unter dem besten Stern: Erneut musste
Detlev Tank krankheitsbedingt die Federführung abgeben – nach einem
Schlaganfall im Oktober 1998 zog er sich zum Ende der Saison komplett aus dem
Vereinsgeschehen zurück. |