Interview

Helmut Diefenbach (HD) – 10 Jahre Abteilungsleiter Frauenfussball

Detlef Tank, Initiator Ahrbach-Cup

Klaus Pörtner, Trainer Frauenfußball

Olaf Stamm, Abteilungsleiter Alte Herren

Anke Diefenbach, Spielerin Frauenfußball und Trainerin Mädchenfußball

Volker Wetzlar, stellvertretende Vorsitzende des TuS Ahrbach

Oliver Kollig, Abteilungsleiter Handball, anlässlich 25Jahre Handball im TuS Ahrbach

Rudolf Bauch, Vorsitzender des TuS Ahrbach

Oliver Kollig, Abteilungsleiter Handball, Manfred Rütten, Trainer Handball-Seniorenmannschaft

Michael Rausch, Michael Saal, Peter Olbrich - Trainer/Betreuer im Fußball-Jugendbereich

Peter Boehme, Trainer der Fußball-Seniorenmannschaft der SG Ahrbach/Heiligenroth/Girod

Volker Haas, Trainer der Frauenfußballmannschaft des TuS Ahrbach

 

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Interview mit Helmut Diefenbach (HD) – 10 Jahre Abteilungsleiter Frauenfussball beim TuS Ahrbach

RS:       Mir gegenüber sitzt Helmut Diefenbach, 10 Jahre in der Abteilung Frauenfussball als Abteilungsleiter tätig. Wie bist Du zu diesem Amt gekommen ?

 

HD:      Ich war lange Jahre bei Rot-Weiss Meudt tätig, habe aktiv dort Fussball gespielt und bin dort auch 8 Jahre lang Vorsitzender gewesen. Durch meine Tochter Anke, die zunächst in Meudt mit den Jungen Fussball gespielt hat und dann später zum TuS Ahrbach gewechselt ist, bin ich auch zum TuS Ahrbach gekommen. Als Vater bin ich immer dabei gewesen und zu den Spielen mitgefahren. Ich habe dann irgendwann angefangen bei der Betreuung zu helfen und konnte mich dann, als meine Tochter zum Frauenfussball kann, kaum mehr gegen dieses weitergehende Engagement wehren

 

RS:       Ich kann mich aus der Vorstandsarbeit erinnern, dass Du immer Wert darauf gelegt hast, dass Du das Amt Abteilungsleitung Frauenfussball „nur“ kommissarisch ausübst.

 

HD:      Nach der 8jährigen Vorsitzendentätigkeit bei Rot-Weiss und vorher schon in verschiedenen anderen Vorstandsämtern, hatte ich eigentlich nach diesen langen Jahren Vorstandstätigkeit für mich beschlossen, kein Vorstandsamt mehr anzunehmen. Da aber die Stelle beim TuS Ahrbach vakant war und ich auch jemand bin, der anpackt, wenn dazu Bedarf ist, wollte und konnte ich mich der Funktion eigentlich nicht verschließen, ohne letztlich in das Amt gewählt worden zu sein, so dass ich es bis zum letzten Tag kommisarisch ausgeübt habe.

 

RS:       In den 10 Jahren Verantwortung ist ja auch einiges passiert. Es gab Höhen und Tiefen, es gab große Erfolge und es gab Enttäuschungen. War waren die positivsten Eindrücke?

 

HD:      Die größten Erfolge waren zuerst einmal die ersten beiden Jahre, als wir noch zweimal in der Bundesliga-Aufstiegsrunde gespielt haben – einmal als Meister der damaligen Oberliga und einmal als Zweiter, als der damalige erste, Saarbrücken, nicht teilnehmen konnte. Nicht zu vergessen sind die 4 Rheinlandpokalsiege: 2003 mit Trainer Fritz Heissler und 2006, 2007 und 2009 mit Volker Haas.

 

RS:       In der ganzen Zeit hat die Frauenfussballmannschaft erfolgreichen Fussball gespielt – aber es gibt bei allem Erfolg auch immer wieder Täler, die durchschritten werden müssen. Was waren denn so besondere Enttäuschungen in dieser Zeit?

 

HD:      Die ersten Enttäuschungen waren, was wir in der Anfangsphase, die wir 2001 bis 2003 noch mit 4, 5 Bundesligaspielerinnen begonnen haben, als plötzlich die älteren arrivierten Spielerinnen, wie z.B. Steffi Manns, Annette Weißenfels und andere von Bord gingen und wir zT mit Kräften, die noch nicht das entsprechende Niveau hatten, von Jahr zu Jahr versucht wurde, sich in der Klasse zu halten. Dies wurde dann auch letztlich ganz souverän geschafft. Es waren aber manchmal richtige Hängepartien. Hinzu kam, dass in diesem Zeitraum wenig Jugendarbeit betrieben wurde und somit aus dem eigenen Nachwuchs zu wenig geschöpft werden konnte.

 

RS:       Du hast das Stichwort Jugendarbeit gegeben – das war ja auch immer ein Hoch und Tief. Nach erfolgreichen Jahren sind auch wieder einige dürftige Jahre gekommen. Woran ist erfolgreiche Jugendarbeit festzumachen?

 

HD:      Das krankt meist daran, dass Jugendarbeit oftmals auf den Schultern von Eltern lastete, die damit in vielen Fällen auch einfach überfordert waren. Es gab nie einen richtigen „Kümmerer“ im Verein, der das strukturell in die Hand genommen hat. Wenn ein Vater da war, der etwas Interesse mitbrachte, hat eine Mannschaft aufgebaut und betreut. Wenn er wegging, dann ist das  zuvor Aufgebaut auch schnell wieder wie ein Kartenhaus zusammen gebrochen. Sehr oft wurde gerade mal eine Mannschaft am Leben erhalten, um die Spielberechtigung für die Regionalliga oder Oberliga zu sichern. Später kamen dann Frauen aus der Mannschaft, so dass aus den eigenen Reihen eine gewisse Konstanz an Trainer- und Betreuerinnen geschaffen werden konnte.

 

RS:       Du hast in den 10 Jahre auch verschiedene Trainer kennen gelernt. Welche Trainer waren in dieser Zeit Deine Begleiter?

 

HD:      Es hat begonnen mit dem Stefan Kremer, der mich auch eigentlich dazu gebracht hat, die Funktion in der Abteilung zu übernehmen. Ihm folgte eine Trainerin, die Kerstin Schulz, die auch nur eine Saison machte. Danach kam für eine Saison Fritz Heissler, der von Volker Haas abgelöst wurde und das Amt 6 Jahre wahrnahm und sich vor der letzten Saison verabschiedete. Momentan trainiert Klaus Pörtner die Frauenfussballmannschaft.

 

RS:       Leider wurde die letzte Saison mit einem Negativerlebnis abgeschlossen – mit dem Abstieg aus der Regionalliga, nachdem man im Jahr zuvor noch den Rheinlandpokal gewinnen konnte. Worin siehst Du die Gründe, warum die Mannschaft ihr Leistungsvermögen nicht mehr so abrufen konnte, wie man es eigentlich von ihr erwartete?

 

HD:      Auf keinen Fall liegt es an dem neuen Trainergespann, das voller Engagement die Trainerverantwortung übernommen hat. Hier wurde alles unternommen was möglich war. In der Winterpause hat man sogar, auf eigene Kosten, ein Trainingslager in der Türkei durchgeführt. Dennoch hat es letztlich nichts geholfen. Wir haben eine Saison hinter uns, die man als Oberseuchensaison bezeichnen muss. Mit den Spierlinnen Annette Welter, Julia Zirfas und Melanie Kolmer haben wir fest geplant, die alle bereits in der Saisonvorbereitung ausgefallen sind und somit die ganze Saison kein einziges Spiel machen konnten. Dazu kam, dass meine Tochter Anja Diefenbach sich im ersten Spiel nach der Winterpause sich schwer verletzte und danach auch nicht mehr eingesetzt werden konnte. Damit mussten wir eine ganze bzw. eine halbe Saison ohne drei  bzw. vier Stammspielerinnen auskommen. Das war mit Nachwuchsspielerinnen und Spielerinnen aus der 2. Mannschaft einfach nicht zu kompensieren. Wir hatten zum Schluss fünf oder sechs Spielerinnen in der Mannschaft, denen das erforderliche Leistungsniveau für die Klasse noch fehlte.

 

RS:       Das heisst aber, dass die Spielerinnendecke momentan nicht ausreichend ist?

 

HD:      Die Decke, was die Quantität betrifft war schon vorhanden, nur von der Qualität her war es eben so, dass die Mädchen, die aus dem ältesten Jahrgang der B-Jugend schon früh Regionalligaspielerin geworden sind,  teilweise in der Frauenmannschaft noch überfordert waren, auch wenn sie in der Mädchenmannschaft noch so stark sind.

 

RS:       Nach dem Abstiegt soll ein Neuaufbau stattfinden. Wie siehst Du die künftige Planungen, auch wenn Du selbst nicht mehr in der Verantwortung bist?

 

HD:      Es werden natürlich einige ältere Spielerinnen die Fussballschuhe erst mal an den Nagel hangen und Zwei haben auch den Verein Richtung Montabaur gewechselt. Ich hoffe, dass die Spielerinnen, die erst mal in „Rente“ gegangen sind, bei Bedarf noch mal hier und da aushelfen. Aber es wird einen Neuaufbau mit jungen Kräften geben, dabei natürlich an mit denjenigen, die im letzten Jahr in der Regionalliga auch schon eingesetzt wurden. Dazu kommen zwei oder drei Neuzugänge, so dass ich davon ausgehe, dass es für die Rheinlandliga schon eine Mannschaft gestellt wird, die sich im Mittelfeld behaupten kann. Von einem direkten Wiederaufstieg wird man sicherlich im ersten Jahr noch nicht rechnen können.

 

RS:       Der Trainerstab bleibt, die Mannschaft wird mit jungen Kräften neu aufgebaut – wie sieht denn Deine Nachfolge aus?

 

HD:      Man versucht, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch der Trainer Klaus Pörtner wird sich hier stärker mit einbringen. Hauptsächlich wird meine Aufgabe der Uwe Pütz als Nachfolger übernehmen, dessen Tochter mittlerweile auch im ältesten B-Jugendjahrgang ist und auch schon in der Frauenmannschaft eingesetzt werden kann.

 

RS:       Du warst ja immer so ein „Mädchen für Alles“, der „große Kümmerer“, der sich um jedes und alles gekümmert hat. Hier wird sicherlich auch ein Umdenken bei der Mannschaft stattfinden müssen. Ein solches Mädchen für alles wird künftig sicherlich nicht mehr zur Verfügung stehen?

 

HD       Es ist sicherlich richtig, dass ich eigentlich zu viel gemacht habe. Ich habe immer versucht, alles zum Besten zu gestalten und viele Dinge angepackt, die eigentlich nicht zu meinen Aufgaben gehörten, um alles und jede(n) zufrieden zu stellen und für organisierte Abläufe zu sorgen. Aber dieses Engagement wäre in dieser Form auch nicht möglich gewesen, wenn ich von meiner Familie nicht die entsprechende Unterstützung gehabt hätte. Meine Frau Lydia ist ja auch eine Fussballverückte, die mich nach besten Kräften unterstützt und in der ein oder anderen Situation auch motiviert hat, weiterzumachen. Aber richtig ist, dass im Engagement und der Unterstützung der Mannschaft künftig sicherlich ein paar Abstriche gemacht werden. Die Mannschaft und auch das Umfeld müssen auch wieder etwas mehr Selbstverantwortung übernehmen.

 

RS:       Letztlich wurde das aber auch anerkannt – wenn ich an Deinen runden Geburtstag denke, oder an das letzte Spiel, hier hat die Frauenmannschaft doch eindrucksvoll dokumentiert, dass sie Deine Arbeit zu schätzen weiss, die Du in den langen Jahren für sie geleistet hast.                 

 

HD:      Das ist unbedingt so – das war nicht nur so bei meinem runden Geburtstag oder bei meinem letzten Spiel, sondern auch bei den normalen Geburtstagen und den Weihnachtsfeiern wurde mir immer eine besondere Anerkennung entgegen gebracht.

 

RS:       Vielleicht abschließend – was kannst Du dem Nachfolgeteam mit auf den Weg geben? Wo muss das ein oder das andere, wo muss in der Unterstützung durch den Verein etwas verbessert werden, damit der Frauenfussball beim TuS Ahrbach wieder auf die Erfolgsspur kommt?

 

HD:      Es muss sich weiterhin und verstärkt um den Nachwuchs gekümmert werden – wir sind hier beim TuS Ahrbach nicht mehr, wie es lange Jahre war, in der Situation, dass alles zu uns kommt, sondern wir haben starke und erfolgreiche Konkurrenz im Umfeld. Erfolgreiche Jugendarbeit wird das Hauptaufgabengebiet sein. Hier wurden auch schon neuen Ideen geboren – mit dem mehrtägigen Mädchenfussballcamp in den Osterferien hat Klaus Pörtner mit seinem Team einen guten Ansatz gefunden und die sehr gute Resonanz mit fast 30 teilnehmenden Mädchen unterstreicht diese erfolgreiche Aktion. Auf diesem Weg muss weitergegangen werden. Seitens des Vorstandes und des Vereins muss man ganz klar sagen, dass der Frauenfussball einen hohen Stellenwert hat, auch gegen die ein oder andere negative Stimme, die im Verein vorhanden ist. Schwierig ist natürlich das Problem der Trainings- und Platzsituation, dass unser schöner Rasenplatz sowohl im Sommer als auch im Winter zur Vorbereitungszeit über lange Monate gesperrt ist. Hier gibt es immer Engpässe mit den verfügbaren Trainingsmöglichkeiten. Hier müssen auf jeden Fall Verbesserungen geschaffen werden.

 

RS:       Eine letzte Frage an den Fussball-Pensionär. Was machst Du denn jetzt mit der vielen freien Zeit, die Du gewonnen hast?

 

HD:      Ich werde künftig nicht mehr auf allen Fussballpätzen dieser Welt zu sehen sein, aber ab und zu werde ich mir auch noch Fussballspiele anschauen und auch dem Frauenfussball treu bleiben. Mein Fahrrad ist in den letzten Jahren sonntags kaum noch bewegt worden, hier werde ich mal etwas stärker angreifen und den ein oder anderen Fahrradweg unsicher machen.

 

RS:       Vielen Dank, Helmut, für das informative Gespräch

 
 

Interview mit Detlef Tank (DT), ehemaligen Vorsitzender und Manager TuS Ahrbach und Initiator des Ahrbach-Cups

(geführt am 15.11.2009 durch Raimund Schäfer (RS))

RS:    Mir gegenüber sitzt Detlef Tank, der Initiator dieser Erfolgsgeschichte Ahrbach-Cup, die 1985 begonnen hat. Ich habe hier eine Aufstellung, wie sich der Ahrbach-Cup im Laufe der Zeit entwickelt hat, begonnen 1985 mit einem Frauenfussball-Turnier. Was waren der Grund dafür, einen solchen Hallencup ins Leben zu rufen ?

DT:    Das war ganz einfach. Der Fußball beginnt mit dem Straßenfussball, auf den Straßen wird Fussball gespielt. Man spielt auf beengten Raum und das ist beim Hallenfussball genauso – Fussball spielen auf einem begrenzten Raum. Hier sind Fussballer mit gewissen technischen Fertigkeiten klar im Vorteil. Auf dem Platz kann man mit Kampf und Kondition vieles wettmachen, im kleinen Raum der Halle hilft das aber nur sehr begrenzt.

RS:    Ihr habt angefallen mit einem Frauenfussball-Turnier. Weshalb das ?

DT:    Ja weil ich damals die Frauen trainiert habe und damit war es naheliegend, auch mit diesem Bereich zu starten.

RS:    Wie hat sich der Ahrbach-Cup weiter entwickelt ? Es bliebt ja nicht  bei einem reinem Frauenturnier ?

DT:    Nein, nein, im nächsten Jahr kamen schon die Mädchen und dann die Jungen dazu – ich habe ja im Verlauf meiner Trainerlaufbahn fast alle Mannschaften im Frauen-, Mädchen-, Jungen – und Seniorenbereich trainiert.

RS:    Worin ist der die Begründung zu sehen, dass in jedem Jahr eine Steigerung der teilnehmenden Mannschaften zu verzeichnen war ?

DT:    Wir hatten mit den Sporthallen in Montabaur optimalen Bedingungen, um ein solches Turnier mit einer immer größeren Teilnehmerzahl, durchzuführen. Das Interessante in diesem Zusammenhang war, dass wir i.d.R. nicht gezielt Mannschaften angesprochen und geworben haben, sondern dass die Meldungen aufgrund von ganz normalen Ausschreibungen erfolgt sind – quasi als jährlicher Selbstläufer.

RS:    In den 90iger Jahren sind zum Ahrbach-Cup noch hinzugekommen die DFB-Hallencup ? Wie ist das zustande gekommen ?

DT:    Das ist noch eine andere Geschichte und hat mit dem Ahrbach-Cup erst mal nichts zu tun. Hier bin ich so lange beim DFB vorstellig geworden, bis dies eines Tages zugestimmt haben und uns die Austragung übertragen haben. Der erste Hallen-Cup haben wir noch unter unserem eigenen Namen durchgeführt, die beiden folgenden Jahre wurden die Turnier dann aber unter dem Namen DFB ausgetragen. Gerade der DFB-Hallencup war natürlich ein besonderes Ereignis in der Geschichte des TuS Ahrbach und natürlich in der Geschichte des Frauenfussballs hier, der ja reich an Erfolgen war.

RS:    Um solche Turniere ausrichten zu können, braucht man ja auch ein schlagkräftiges Team

DT:    Das ist vollkommen klar – alleine geht bei solchen Veranstaltungen überhaupt nichts. So etwas kann man nur über die Mannschaften und auch nur mit ausreichend Unterstützung, die auch weit in die eigene Familie hineingehen, machen. Die ersten Turniere haben wir erst einmal über die Frauenmannschaft und deren Umfeld organisiert und durchgeführt.

RS:    Was macht den besonderen Reiz dieses Turnieres aus ? Was ist der Grund für die Mannschaften, an einem solchen Mammutturnier teilzunehmen ?

DT:    Ich sagte schon, Hallenturniere ähneln ein bisschen dem Straßenfussball – hier kommt zur Geltung kleiner Raum, beengter Raum, schnelles, direktes Spiel, viele Torszenen, direkte Nähe des Publikums. Das ist was völlig anderes als Fussball auf dem großen Spielfeld. Und wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass eine Konkurrenz an einem Tag abgeschlossen wird, d.h. der Zeitaufwand für die teilnehmenden Mannschaft ist sehr überschaubar.

RS:    Bei den Turnieren, gerade im Frauenfussball, waren auch öfters mal ausländischen Mannschaften dabei. Wie ist das zustande gekommen ?

DT:    Wir haben mit der Frauenfussball-Mannschaft auch immer wieder an Turnieren und Spielen im Ausland teilgenommen, angefangen von Holland, Belgien, über Kroatien, Ungarn bis hin nach Polen und diesem besuchen Mannschaften sind dann auch zum TuS Ahrbach gekommen. Diese Mannschaften wurden dann auch entsprechend untergebracht, in den umliegenden Jugendherbergen und Feriendörfern. Ich finde es auch unheimlich wichtig, dass hier neben dem Fussball auch ein Austausch, auch mit ausländischen Mannschaften, stattfindet.

RS:    Das ist natürlich ein ganz wichtiger Aspekt – bei einem solchen Turnier kommt es natürlich auf die sportliche Auseinandersetzung an, aber der soziale Aspekt ist mindestens genauso wichtig.

DT:    Was für uns auch immer wichtig war, das war die Breite des Turniers. Wir wollten nie ein Auswahlturnier ausrichten, sondern möglich viele Mannschaftsbereiche einbinden. Jeder der sich für die Teilnahme beworben hat, sollte auch die Möglichkeit haben, an diesem Turnier teilzunehmen. Ganz wichtig, durch die persönliche Begegnung und den persönlichen Austausch werden auch Grenzen abgebaut und der Verständnis füreinander gestärkt.

RS:    Was kannst Du von Deiner Warte aus zu der gesamten Entwicklung des Ahrbach-Cups sagen ?

DT:    Das ist genau richtig, was in den letzten Jahren in diesem Bereich gelaufen ist. Wir waren immer der Meinung, die Grenze liegt bei 100 teilnehmenden Mannschaften, aber die letzten Jahre habe ja gezeigt, dass dies noch keine Grenze darstellt, wobei sicherlich die Größenordnung des letzten Jahres absolut stressig ist.

RS:    Was sind so besondere Erlebnisse, die Du im Rahmen des Ahrbach-Cups gewonnen hast ?

DT:    Da fällt mir als ersten ein „Der Bus muss voll werden“. Ich glaube, das war 1992, wir hatten eine Mannschaft auf Zagreb eingeladen. Diese Mannschaft kann während des Balkankrieges mit einem Bus, der aber nur mit der Mannschaft mit 20 Leuten besetzt war.  Da hab ich gesagt, der Bus muss voll werden, mit Hilfsgütern. Das war natürlich nicht wochenlang vorbereitet, sondern auf die Idee bin ich freitags, als die ankamen, gekommen. Ich bin dann samstags abends, hochelegant mit Trainingsanzug, wie man mich kennt, nach Siershahn zu einer Sportgala gefahren und habe mir dort das Mikrofon genommen und hierfür geworben. Wir haben es tatsächlich geschafft, bis Sonntagsabend den Bus voll zu bekommen. Wir haben dann nicht nur den Bus vollbekommen, sondern auch weitere Hilfsmittel bekommen, so dass wir am folgenden Wochenende mit einer weiteren Lieferung nach Kroatien gefahren sind. Das war der Beginn einer Hilfsaktion, die über mehrere Jahre durchgeführt wurde. Ich selbst bin im Laufe der Zeit 15mal mit großen Hilfslieferungen in Kroatien gewesen.

RS:    Was das auch der Anlass für die Durchführung einer Tombola, die für einen sozialen Zweck im Rahmen des Ahrbach-Cups ausgerichtet wird ?

DT:    Wir haben von Beginn an eine Tombola für einen guten Zweck ausgerichtet. Ich war immer der Meinung, dass die soziale Komponente in diesem sportlichen Bereich auch eine große Wichtigkeit hat, ob das für brasilianische Straßenkinder, für Hilfsprojekte z.B. in Kroatien oder auch für inländischen Aktionen war.

RS:    Hast Du sonst noch Erinnerungen an besondere Begegnungen ?

DT:    In diesem Zusammenhang fällt mir noch ein, dass einem die Sozialministerin von Rheinland-Pfalz, Fr. Hansen, zu einer Siegerehrung gekommen ist. Für das Turnier eines kleinen Dorfvereines war das schon etwas Besonderes.

An eine weitere Geschichte kann ich mich mit Borussia Mönchengladbach erinnern. Wir hatten als besondere Attraktion die U17 gewinnen können und hier auch alles vertraglich geregelt, Unterbringung, Verpflegung etc. Als die Mannschaft jedoch ankam, wollte der Trainer auch noch Geld sehen. Da habe ich mich natürlich geweigert und die Mannschaft ist einfach heimgefahren. Dies hat zu einem Gerichtsprozess geführt, denn wir dann mit Pauken und Trompeten gewonnen haben, und der für Gladbach richtig teuer wurde.

RS:    Was bleibt Dir aus Deinem Fussballer- und Trainerleben besonders in Erinnerung

DT     Für mich war immer das Zusammentreffen mit ausländischen Mannschaften und anderen Kulturen von besonderem Interesse. Dies hat auch dazu geführt, dass wir mit der Frauenfussballmannschaft viele, schöne Reisen durchgeführt haben, nicht nur im europäischen Raum, sondern auch z.B. in Neuseeland, USA, Kanada. Für uns war auch immer klar, wenn wir dort irgendwohin fahren, dann wird dort auch Fussball gespielt. So haben wir in Neuseeland z.B. zwei Spiele gegen die neuseeländische Nationalmannschaft ausgetragen – Einwurf von Margit Tank „Gerade in Neuseeland waren wir personell so gut aufgestellt, dass ich damit gerechnet habe, dass Detlef in der Halbzeitpause zu mir sagt, geh Dich schnell umziehen, Du musst jetzt auch auf den Platz!“

 

Interview mit Klaus Pörtner (KP), neuer Trainer der Frauenfußballmannschaft

RS:      Mir gegenüber sitzt Klaus Pörtner, seit dieser Saison Trainer der Frauenfußballmannschaft. Vielen beim TuS Ahrbach ist er noch nicht richtig bekannt. Er war aber schon eine Saison Trainer der B-Mädchen. Kannst Du etwas zu Deiner Person und zu Deinem fußballerischen Vorleben sagen?

 

KP:      Ich habe meine fußballerische Jugend und den Seniorenbereich in Meudt verlebt. Dort habe ich auch alle Jugendmannschaften durchtrainiert – angefangen von den kleinsten Mannschaften bis hoch zu den Senioren. Ein Jahr habe ich die erste Mannschaft von Meudt trainiert und zuletzt die A- und B-Jugend. Nach meinem Trainerlehrgang, auch bedingt durch verschiedene Trainingslager, die ich organisiert habe, bin ich zu den B-Mädchen des TuS Ahrbach gekommen, die ich eine Saison trainiert habe.

 

RS:      Wie sieht jetzt, als Verantwortlicher für den Frauenfußball, Dein Trainerteam aus?

 

KP:      Mit mir arbeitet zusammen der auch Hennig Feldhege, der auch die B-Mädchen übernommen hat, dann der Uwe Pütz, der die 2. Frauenmannschaft und die C-Mädchen trainiert und als Torwarttrainer haben wir Dieter Hommrich aus Meudt gewonnen, der auf 40 Jahre Torwarterfahrung blicken kann, so dass wir insgesamt gut aufgestellt sind.

 

RS:      Die letzte Saison der Frauenfußballmannschaft war die Leistungskonstanz nicht unbedingt gegeben – starke Leistung wechselnden sich ständig mit schwachen Leistungen ab. Volker Haas hat die Frauenfußballerinnen sechs Jahre trainiert – mit gutem Erfolg: dreimal Rheinlandpokalsieger und in der Meisterschaft meist im oberen Bereich der Tabelle. Was hast Du für Ideen die Leistungsschwankungen der letzten Saison abzustellen=

 

KP:      Ich habe das die letzte Saison intensiv verfolgt, weil ich mit Volker auch sehr gut zusammen gearbeitet und wird uns auch ständig ausgetauscht haben. Die Saison war natürlich geprüft durch unwahrscheinlich viele Verletzungen, so dass zum Schluss permanent aus meiner B-Mädchenmannschaft Woche für Woche Mädchen mitspielen mussten. In der Regionalliga geht es natürlich anders zur Sache wie bei den B-Mädchen, zumal auch einige Mädchen erst ein Jahr überhaupt in einer 11er-Mannschaft gespielt haben. In dieser Saison, wenn die Frauen weiter so mitziehen und wir ein bisschen weniger Verletzungspech haben, dann werden wir sicherlich ein gute Rolle spielen können und die Konstanz zurück gewinnen.

 

RS:      Ich möchte ein Stichwort von Dir aufgreifen – wenn die Mädels weiter so mitziehen – Du hast ja vorne an der Tür auch einen umfangreichen, ausgefeilten Vorbereitungsplan hängen. Wie sieht die Vorbereitung insgesamt aus, welche Schwerpunkte legst Du?

 

KP:      Wir haben den Trainingsplan so aufgebaut, dass wir mehrere Intervalle machen – drei, vier Trainingseinheiten dicht hinter einander und dann entsprechende Erholungsphasen – und dann eben viele Vorbereitungsspiele – angefangen von den niederklassigen Mannschaften bis hin zu höherklassigen Mannschaften, wie z.B. gegen Köln, Regionalliga Mittelrhein, die vielleicht sogar etwas stärker ist als unsere Regionalliga, so dass wir die Vorbereitung zum Punkt hin, zum Saisonbeginn am 16.08. so kontinuierlich steigern können. Wenn die Mädels weiterhin so mitziehen und fast alle Trainingseinheiten absolviert haben, sind sie zu Saisonbeginn auch bestens vorbereitet. Das ist auch erforderlich, weil der Spielplan für die neue Saison uns zu Saisonbeginn hoch eingestufte Mannschaft als Gegner bringt.

 

RS:      Wie sieht es mit Verstärkungen für die neue Saison aus?

 

KP:      Neu hinzugekommen sind zwei jungen Damen aus Gehlert und aus der eigenen Jugend aus dem Jahr 92 die Franziska Kaiser und die Mareike Kegler, die auch alle voll bei der Sache sind und auch Perspektiven haben, sich in die 1. Mannschaft herein spielen zu können.

 

RS:      Der TuS Ahrbach hat zZt einen gut funktionierenden Mädchenbereich und eine 2. Frauenfußballmannschaft. Wie siehst Du das Zusammenspiel zwischen Mädchenmannschaft, 2. und 1. Frauenfußballmannschaft?

 

KP:      Wir haben in der Vorbereitung komplett alle zusammen trainiert – die Frauenmannschaften und die B-Mädchen, so dass alle permanent in die Trainingseinheiten eingebunden sind und somit alle sehen können, dass es nach oben hin noch Steigerungen geben kann und muss. Gerade in Bezug auf den Mädchenbereich und die zweite Frauenmannschaft muss man sehen, dass es doch schon ein Sprung in die erste Mannschaft ist. Man kann nicht verlangen, dass man aus der Mädchenmannschaft direkt in die erste Reihe springen kann – das werden sicherlich die wenigstens schaffen – das ist immer Männerbereich so und natürlich auch bei den Frauen. Aber es sind einige da, die auf dem Sprung sind, die aber sicherlich noch merken werden, dass oben, wie man so schön sagt, die Luft doch etwas dünner wird.

 

RS:      Grundsätzlich siehst Du aber schon Perspektiven, dass aus dem Jugendbereich und der zweiten Mannschaft auch etwas für die erste Mannschaft heranwächst?

 

KP:      Ja sicher, aber es ist schon wichtig, dass die Mädels nicht denken, wenn ich nicht direkt dabei bin, werfe ich schnell die Flinte ins Korn. Es darf nicht schnell argumentiert werden, ich bin nicht direkt dabei und habe damit keine Chance mehr. Letzte Saison hat man gesehen, wie schnell, durch Verletzungspech andere, man eine Chance bekommen kann und man auch als B-Mädchen dann schon voll dabei ist und von Spielanfang an auf dem Platz steht, auch bei Top-Spielen. Aber grundsätzlich muss jede einsehen, dass der Weg in die erste i.d.R. über die zweite führt.

 

RS:      Man sagt so schön, neue Besen kehren gut, Jeder neue Trainier hat neue Ideen und Vorstellungen. Welche Änderungen, auch vom spieltaktischen her, hast Du oder möchtest Du noch verwirklichen?

 

KP:      Eine erste Riesenneuerung ist, dass Anke Diefenbach vom Sturm in die Abwehr gewechselt ist. Für sie natürlich auch nicht ganz so einfach. Wir wollen nicht mehr mit einem reinen Ausputzer spielen, sondern mit einer Dreierkette mit der Anke in der zentralen Position. Dadurch wird unser Spiel nach vorne flexibler gestaltet. Ich verspreche mir davon, dass wir hinten aus der Abwehr mehr Druck machen können und das Mittelfeld besser unterstützen kann. Dadurch hoffe ich auf mehr Stabilität in der Abwehr und mehr Druck durchs Mittelfeld in den Angriff bringen können. Wir haben noch einige Vorbereitungsspiele wo wir diese Änderungen noch richtig gut ausprobieren und festigen können.

 

RS:      Wie siehst Du das gesamte Umfeld bei TuS Ahrbach rund um den Mädchen- und Frauenfußball? Was könnte hier noch verbessert werden?

 

KP:      Als ich zum TuS Ahrbach gekommen bin, war der Mädchen- und Frauenfußballe für mich absolutes Neuland. Was mir besonders gut gefallen hat, war der Zusammenhalt – mit den Betreuern und Trainern. Man hat miteinander gesprochen, ob das der Chritsoph Ober oder der Volker Haas war, das hat bestens funktioniert. So sollte es natürlich auch sein – es sollte der Vorstand unnahbar sein, sondern man muss ordentlich miteinander umgehen; wenn Problem da sind, müssen sie direkt angesprochen werden. Und das wird beim TuS Ahrbach so praktiziert und das hat mir hier auch von Anfang an gut gefallen – man hat sich gegenseitig geholfen. Das muss auch weiterhin so sein – man muss zusammen arbeiten, angefangen von den D-Mädchen bis zur ersten Frauenfußballmannschaft.

 

RS:      Wie sieht denn die Personaldecke im Bereich der Trainer und Betreuer aus? Ist hier noch Handlungsbedarf?

 

KP:      Wenn die Leute, die jetzt aktiv sind, dabei bleiben und mitziehen, haben wir allen Mannschaften doppelt besetzt. Auch im Jugendbereich sind wir doppelt besetzt und wenn die C- und D-Mädchen zusammen trainieren, dann stehen vier Trainer zur Verfügung, so dass wunderbar in Gruppen gearbeitet werden kann und auch der kurzfristige Ausfall eines Trainers, z.B. aus beruflichen Gründen, ist dann kompensierbar. Damit kann man optimistisch in die Saison gehen.

 

RS:      Zum Abschluss vielleicht noch ein paar Worte zu Deinen Zielsetzungen und Perspektiven?

 

KP       Das bin ich gestern beim Fototermin auch schon gefragt worden. Helmut hat dann direkt gesagt: nicht absteigen. Ich habe entgegnet, das wäre dann Platz 2, weil nur der 1. Aufsteigen kann und alle anderen sichern den Klassenerhalt. Es kommen sicherlich gute Mannschaften aus den höheren Klassen herunter, aber wir haben schon die Zielsetzung, nach dem 5. Platz in der letzten Saison, zwei oder drei zu überholen, was auch drin ist, wenn alle dabei bleiben, so dass der 3. Platz schon eine Zielsetzung sein sollte. Die Mannschaft hat gutes Potential und wenn dieses Potential auch umgesetzt wird, dann kann es ein realistisches Ziel sein.

 

RS:      Neben der Meisterschaft gibt es ja auch noch ein Pokalwettbewerb, wo die Mannschaft sich nach dem Rheinlandpokalsieg für den DFB-Pokal qualifiziert hat und in den ersten Runde Crailsheim trifft? Welche Möglichkeiten siehst Du hier?

 

KP:      Es wird ja viel diskutiert – Crailsheim ist Absteiger aus der 1. Liga in die 2. Liga. Hier beginnt die Saison erst eine Woche nach dem Pokalspiel – wir haben bis dahin schon vier Meisterschaftsspiele. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Zu Hause mit guter Zuschauerunterstützung und einem guten Tag könnte man auch man eine kleine Sensation schaffen, um dann vielleicht in der zweiten Runde auf Bayern München zu treffen.

 

RS:      Vielen Dank Klaus Pörtner – alle Gute für die neue Saison und noch viel Spaß und Erfolg in der Saisonvorbereitung.

 

 

Interview mit Olaf Stamm (OS), Abteilungsleiter Alte Herren

RS:       Neben mir sitzt Olaf Stamm, Abteilungsleiter Fußball. Am kommenden Freitag ist ja traditionell das Saisonabschluss-Spiel gegen Heiligenroth mit anschließender Feier. Dies ist Anlass einen kleines Resumé über den Saisonverlauf zu ziehen.

 

OS:      Die Alten Herren haben sehr viele Spiele absolviert – wir haben zwei Alte Herren Mannschaften, die Ü35 und die Ü45 und es waren über 60 Spiele ausgemacht, aber etwas mehr als 10 Spiele sind entweder dem Wetter oder durch Absage der Gegner ausgefallen.

 

RS:       Und wie bewertest Du die Saison sportlich ?

 

OS:      Bei der Ü35 haben wir ein sehr erfolgreiches Jahr und auch die Ü45 schlug sich sehr beachtlich. Die Ü35 hat auch zum zweiten mal die 100 Tore Grenze überschritten. Wenn man bedenkt, dass sich die Qualität der AH-Mannschaften in den letzten Jahren doch stark erhöht hat, ist das schon ein besonderer Erfolg.

 

RS:       Bei diesem umfangreichen Spielplan muss doch auch die Spielerdecke entsprechend sein ?

 

OS:      Wir haben erfreulicherweise eine sehr gute Spielerdecke – wir haben einen Stamm von 15 Spielern, die eigentlich immer an Bord sind und dann natürlich noch den ein oder anderen, der aus unterschiedlichen Gründen nicht immer Zeit hat, aber dennoch für Spiele zur Verfügung steht, so dass wir auch Verletzungs- oder sonstige Ausfälle weitestgehend kompensieren können.

 

RS:       Gab es im letzten Jahr nicht sogar das ein oder andere Jubiläum ?

 

OS:      Das stimmt – Roland Schneiders konnte wie auch ich selbst das 400. AH-Spiel absolvieren. Bernd Henkes konnte sogar sein 500. Spiel bestreiten und ist nach Karl Quirmbach der zweite Spieler unserer Alten Herren, der diese 500er Grenze überschritten hat.

 

RS:       Haben die Alten Herren denn aus dem Bereich der ehemaligen Senioren Nachwuchs bekommen ?

 

OS:      Das ist leider nicht so – wir haben aus dem Seniorenbereich in den letzten Jahren keine Spieler mehr gewinnen können. Dass wir dennoch so gut aufgestellt sind, liegt primär an zwei Gründen. Zum einen sind wir eine sehr gesellige Truppe, bei der es richtig Spaß macht, dabei zu sein, so dass auch der ein oder andere Spieler sich zu uns hingezogen fühlt, obwohl er nicht aus Ruppach-Goldhausen kommt. Darüber hinaus ist auch der ein oder andere gute Fußballer in den letzten 10 Jahren nach Ruppach-Goldhausen gezogen, den wir dann auch für uns gewinnen konnten, wie z.B. letztlich Andreas Wendland – also auch ein gutes Stück Integration von Neubürgern.

 

RS:       Kann Du ein paar Beispiele für die von Dir angeführte Geselligkeit geben ?

 

OS:      Unter Geselligkeit verstehe ich nicht nur das Biertrinken nach dem Training und Spiel, sondern wir machen auch sehr viel mit Familie und auch den ein oder anderen Ausflug.

 

RS:       Was kann man sich im einzelnen darunter vorstellen ?

 

OS:      Alle zwei Jahre führen wir über Fronleichnam unseren Ausflug durch – in diesem Jahr z.B. in Marktoberdorf, Allgäu. Darüber hinaus veranstalten wir seit einigen Jahren unser Oktoberfest, immer eine ganz gelungene Sache. Grillen mit Familien und Wandertage gehören natürlich auch dazu. Seit einigen Jahren pflegen wir neben den seit fast 30 Jahren stattfindenden Jugendbegegnungen auch eine Freundschaft mit den Veteranen der Eindse Boys – wir freuen uns schon alle auf die nächste Begegnung zum 50jährigen Jubiläum der Eindse Boys in nächsten Jahr.

 

RS:       Hast Du in diesem Zusammenhang nicht was wichtiges vergessen – der Karneval – was wäre er ohne die Alten Herren ?

 

OS:      Die Alten Herren haben ich Verantwortung für die Karnevalsveranstaltung übernommen – natürlich durch Auf- und Abbau, aber auch programmmäßig durch die Stellung des Elferrates und in den letzten Jahre auch durch die Programmleitung und –organisation und sind damit natürlich auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass es noch eine Karnevalsveranstaltung in Ruppach-Goldhausen gibt.

 

RS:       Die Alten Herren konzentrieren sich nicht nur auf die Arbeit in der Abteilung, sondern bilden auch das Rückgrad des Vereins ?

 

OS:      Die Alten Herren sind beim TuS Ahrbach in sehr vielen Funktionen tätig. Ein Großteil des Vorstandes kommt aus dem Bereich der Alten Herren, das ist in anderen Vereinen sicherlich auch so und das ist auch gut so. Diese „Alten Herren“ haben dem Seniorenfußball i.d.R. den Rücken gekehrt und bringen ihre gewonnen Zeit und Erfahrung in die Vereinsarbeit ein. Nicht vergessen werden darf, dass sehr viele Alten Herren im Bereich der Jugendarbeit tätig sind und als Trainer oder Betreuer eine Jugendmannschaft Superarbeit leistet.

 

RS:       Das ist sicherlich Grundlage einer guten Vereinsarbeit ?

 

OS:      Die Alten Herren bringen sich auch sonst ein – es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Jugend entsprechend unterstützt haben. Wir spenden jedes Jahr auch Spielbälle für Jugendmannschaften. Auch bei zu verrichtenden Arbeiten drücken sich die Alten Herren nicht – ob es Instandsetzung, Renovierung des Sportlerheimes ist, ob es Ausbesserung des Rasenplatzes ist oder ob es z.B. die Errichtung eines Ballfangzaunes ist – hier kann man die Alten Herren immer ansprechen und auf sie zählen. Und das wird auch künftig so sein.

 

RS:       Wie sind die weiteren Planungen der Alten Herren ?

 

OS:      Fußballerisch werden wir im nächsten Jahr sicherlich wieder ein umfangreiches Programm absolvieren – hoffentlich dann auch genauso erfolgreich wie in diesem Jahr – Sommerpause ist für die Alten Herren Ruppach-Goldhausen eh ein Fremdwort. Auch am Sportplatz soll wieder gearbeitet werden – der Ballfangzaun soll erweitert werden, so dass man künftig weniger den Ball suchen und mehr mit dem Ball spielen soll.

 

RS:       Auch wenn es richtig rund läuft bei den Alten Herren, hat doch jeder noch Wunschvorstellungen und Verbesserungspotential – Wo siehst Du dieses ?

 

OS:      Hier fallen mir zwei Dinge ein. Zum einen wäre es wünschenswert, wenn wir irgendwann auch mal wieder Spieler aus dem eigenen Seniorenbereich gewinnen könnten – das sieht aber erst mal noch nicht so rosig aus. Zum anderen wäre es schön, wenn gerade im kleineren Bereich mehr Dinge von meinen Schultern auf andere Schultern mitverteilt werden könnten, so dass auch die ein oder andere Entlastung bei mir zustande käme – das sind z.T. Kleinigkeiten, wie z.B. das Reinigen der Kabinen oder des Vorplatzes vor dem Sportlerheim nach einem Spiel oder das Aufräumen nach einer Veranstaltung. Hier sind oftmals doch immer wieder nur die selben Leute am Werke, die auch sonst immer an vorderster Front stehen. Wenn hier der ein oder andere mehr anpacken würde, wäre das schon eine riesige Erleichterung.

 

RS:       Zum Abschluss noch ein Thema – Ahrbach-Cup – die Alten Herren richten ja eine eigene Konkurrenz aus ?

 

OS       Beim Ahrbach-Cup führen wir das AH-Turnier freitags abends aus und könnten aufgrund des verfügbaren Zeitfensters natürlich nur eine Konkurrenz von 12 Mannschaften durchführen. Für dieses AH-Turnier, das als Einladungsturnier durchgeführt wird, 12 Mannschaften zu gewinnen, ist überhaupt kein Problem. Beim nächsten Ahrbach-Cup kann ich jetzt schon versprechen, dass wir eine sehr spielstarke Konkurrenz haben werden, starke Mannschaften wie Eschelbach, Großholbach, Wirges, Horressen habe zugesagt und wir hoffen auf schöne und faire Spiele. Natürlich wollen wir als AH Ahrbach auch eine gute Rolle spielen.

 

RS:       Olaf vielen Dank für diese informative Gespräch – alles Gute für den Saisonabschluss und natürlich auf für die kommende Saison, dass sie genau erfolgreich absolviert werden kann.

 

Interview mit Volker Wetzlar, stellvertretender Vorsitzende TuS Ahrbach

RS:       Mir gegenüber sitzt Volker Wetzlar, 2. Vorsitzender des TuS Ahrbach – der jetzige Vorstand hat einige Neuerungen in die Vereinsarbeit eingebracht, u.a. auch Vorstandsklausuren, wo man sich unter externer Moderation mit spezifischen Themenstellungen befasst hat. Vor drei Jahren in Trier hatte man sich das Thema „Konsolidierung der Vereinsfinanzen“

 

VW:      In den vergangen Jahren war die Bilanz des Vereins dadurch geprägt, dass die Ausgaben jedes Jahr die Einnahmen überstieg und somit vom Bestand des Vereins gezehrt wurde. Pro Jahr wurde einige Tausend als Minus eingefahren. Ein Zustand der dringend geändert werden musste.

 

RS:       Wie lief denn die Vorstandsklausur ab und welche Zielsetzungen wurden dabei definiert ?

 

VW:      Wir haben die Substanz des Vereins analysiert und dabei festgestellt, dass wir eigentlich ein sehr gesungen Verein mit einen guten jungen Mitgliederstruktur haben und dass wir in der Vereinsarbeit sehr aktiv sind. Auch mit den durchgeführten Veranstaltungen ist schon ein optimale Basis gegeben, so dass ohne eine Erhöhung des Beitrages, der schon lange Jahre konstant war, keine Möglichkeit hatten, die Einnahmeseite zu erhöhen.

 

RS:       Gab es auf der Ausgabenseite auch noch Möglichkeiten, entsprechende Einsparungen vorzunehmen ?

 

VW:      Auch die Ausgabenseite war gut strukturiert, keine unnötigen Ausgaben waren irgendwo erkennbar. Das wurde uns auch von der Sportbundseite bestätigt, dass wir hier bis auf ein Minimum runtergefahren waren, so dass nur die Einnahmeseite veränderbar war. Neben Beitragserhöhungen sollen auch weitere Einnahmen durch verstärktes Sponsoring, zusätzliche Zuschussquellen und sonstige Einnahme, wie z.B. Verstärkung der Bewirtung bei Heimspielen erzielt werden.

 

RS:       Haben diese Maßnahmen zum Erfolg geführt ?

 

VW:      Die folgenden Jahre konnten dann entsprechend positiv gestaltet werden und man hatte auch wieder etwas mehr Spielraum, um notwendige Investitionen zu tätigen.

 

RS:       Die 2. Vorstandsklausur im letzten Jahr in Koblenz hatte die Themenstellung „Mitarbeitergewinnung“. Wie ist man an diese Themenstellung herangegangen ?

 

VW:      Bei der Helferproblematik war es so, dass sich bei Veranstaltungen, die wir durchführen, immer wieder auf die gleichen Helfer zurückgegriffen werden musste, so dass die Belastung dieses Helfer ziemlich groß war. Zielsetzung war es, ein möglichst breites Spektrum auf der Helferebene zu finden. Wie können wir das Helfen im Verein auch attraktiv machen.

 

RS:       Welche Möglichkeiten wurden hier erörtert ?

 

VW:      Es wurde diskutiert, z.B. ein Helferfest zu veranstalten. Es sollte dokumentiert werden, dass das Helfen im Verein auch Spaß macht, was es letztlich ja auch tut, wenn man in der Gemeinschaft etwas bewegen kann und Erfolg hat. Bei der Klausur wurden einige Rahmenpunkte gesteckt, die jetzt Stück für Stück umgesetzt werden und die das Motto verfolgen „Es sind nur noch wenige Plätze frei – Mitarbeit mit Verein muss erstrebenswert sein“. Es wäre schön, wenn es uns gelingen würde, die anfallende Arbeit auf eine möglichst breite Masse zu verteilen, damit die Belastung des einzelnen möglichst gering ist.

 

RS:       Mit diesen Themenstellung hat der TuS Ahrbach am Wettbewerb des Sportbundes Rheinland-Pfalz „Der zukunftsfähige Verein“ teilgenommen und hier sehr erfolgreich abeschlossen ?

 

VW:      Wir haben in der Gruppe „Vereine bis 500 Mitglieder“ einen dritten Platz auf Sportbundebene  belegt – im Vergleich zu der Gesamtbewerberanzahl eine hervorragende Bewertung unseres Konzeptes.

 

RS:       Mitarbeitergewinnung zielt aber nicht nur auf die Gewinnung von Helfern, sondern sicherlich auch auf die Gewinnung von Trainern und Betreuern, gerade im Jugendbereich, ab.

 

VW:      Der TuS Ahrbach kann momentan auf die gute Situation blicken, dass viele qualifizierte Trainer und Betreuer am Werk sind. Wir versuchen her auch auf Weiter- und Fortbildung zu setzen und haben schon einige, die mit Trainerlizenz arbeiten. Sie machen eine tolle Arbeit und das sieht man auch an den Erfolgen, bei den Handballer wurde die A-Jugend Meister, bei den Fußballern die C-Jugend und hoffentlich auch noch die D-Jugend, die dazu noch das Kreispokalendspiel erreicht hat. Das gleiche gilt für zwei Mädchenfußballmannschaften..

 

RS:       Gerade im Jugendbereich wurde in den letzten Jahren einiges bewegt. Wo siehst Du die Gründe darin, dass der Jugendbereich in den letzten Jahren wieder einen solchen großen Aufschwung genommen hat?

 

VW:      Ein Grund ist sicherlich, dass die momentan tätigen Trainer und Betreuer ihre Sache hervorragend machen und sich wahnsinnig engagieren und auch in der Lage sind, die Jungens und Mädchen für das Mitmachen begeistern können. Darüber hjnaus ist es sicherlich so, dass die Kommunikation zwischen den Mannschaften und auch den Abteilungen sich wesentlich verbessert hat. Das Dabeisein beim TuS macht momentan einfach Spaß und das spiegelt sich auch in dieser Situation wieder.

 

RS:       Auch Jugendfreizeiten sind wieder modern geworden beim TuS Ahrbach. Siehst Du vielleicht auch darin einen Grund, dass die Jugend gerne zum TuS Ahrbach kommt ?

 

VW:      Wenn man die Resonanz der letzten Jahre sieht, ist das sicherlich so. Es war und ist immer ein Highligth, an diesem Wochenende mit dem TuS Ahrbach in die Jugendfreizeit zu fahren. Was hier auch positiv zu sehen ist, dass die Abteilungen gemischt mitgefahren sind, d.h. man hat sich unabhängig von der Abteilungszugehörigkeit kennen gelernt. Das ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass der Verein zwischenzeitlich insgesamt enger zusammen gerückt ist und auch ein verstärktes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt wurde.

 

RS:       Das heisst also die Zielrichtung ist nicht primär abteilungsspezifisches Arbeiten, sondern darüber hinaus auch das Zusammenarbeit im Gesamtverein.

 

VW:      Das funktioniert jetzt auch wesentlich besser, Absprachen werden getroffen und die Mitarbeit bei Veranstaltungen der Vereines wird abteilungsübergreifend organisiert. Wenn wir das so weiterführen können und vielleicht auch noch verbessern können, sind wir sicherlich auf dem richtigen Wege.

 

RS:       Vielleicht noch ein paar Worte zu den Zukunftsperspektiven. Was kannst Du Dir denn an neuen Zielen vorstellen, die im TuS Ahrbach angegangen und verwirklicht werden sollten ?

 

VW       Im Fußballbereich wäre es schön, wenn die Senioren den Aufstieg schaffen könnten, um der nachwachsenden Jugend eine sportliche Perspektive zu geben. Wichtig ist, dass sich hier die Erfolge einstellen, damit die Jugendlichen mit fußballerischem Potential in der Heimat gehalten werden können. Im Frauenfußballbereich natürlich die Stärkung im Jugend- und damit auch im Frauenbereich, damit dort künftig auch auf eine größere Spielerdecke zurückgreifen kann. Auch im Handballbereich soll die erfolgreiche Jugendarbeit sich auf den Seniorenbereich auswirken. Im Bereich Tanzen und Turnen hat sich eine überaus gut funktionieren und auch erfolgreiche Truppe gebildet. Die Tanzgruppen haben sich auf verschiedenen Turnieren schon bestens bewährt. Somit kann man letztlich schon sagen, dass die Perspektiven für die Zukunft recht positiv sind, was natürlich nicht heisst, dass hier weiter intensiv gearbeitet werden muss, damit die Entwicklung in dieser Form auch weitergeht.

 

RS:       Siehst Du momentan die Gefahr gegeben, dass junge Spieler den TuS Ahrbach verlassen, weil die sportliche Perspektive fehlt ?

 

VW       Hier sehe ich momentan noch keine Problem. Im Seniorenfußballbereich ist ein junge, dynamische Mannschaft zusammen, die sehr guten, attraktiven und auch erfolgreichen Fußball spielt, auch wenn in dem ein oder anderen Spiel vielleicht ein bisschen Erfahrung fehlte. Soweit ich das einschätzen kann, ist dort die Stimmung auch sehr gut, so dass hier eigentlich gute Voraussetzungen für die Zukunft gegeben sind. Auch hat es Peter Boehme verstanden, schon frühzeitig Jugendspieler aus der A-Jugend einzubinden, die jetzt schon ein tragende Rolle in der Seniorenmannschaft spielen. Nichts desto trotz muss sich hier sicherlich auch mal der Erfolg in Bezug auf einen Aufstieg einstellen, damit sich der ganze Elan, der momentan vorhanden ist, auch mal auszahlt.

 

RS:       Vielen Dank für das Gespräch 

 

Interview mit Anke Diefenbach (AD), Spielerin Frauenfußball und Trainerin Mädchenfußball

RS:       Anke Diefenbach, beim TuS Ahrbach bekannt aus dem Bereich Frauen- und Mädchenfußball: Beim Mädchenfußball hat vor einigen Jahren ziemlich brach gelegen. In den letzten Jahren hat sich aber wieder etwas entwickelt, auch Dank Dir Anke. Wie siehst Du die Situation ?

 

AD:       Die Situation im Mädchenfußball ist beim TuS Ahrbach momentan sehr gut – in den jüngeren Jahrgängen 1997 und jünger kommen von Training zu Training mehr Mädchen – ich hab noch eine Freundin mitgebracht, heißt es dann zum Beispiel. Ich habe jetzt 19 Mädchen, die fest bei der E-Jugend spielen. Im D-Jugendbereich haben wir einen sehr starken Jahrgang, der sehr erfolgreich spielt und an der Tabellenspitze mitspielt. Die C-Jugend ist etwas knapp besetzt, da haben wir uns zu Beginn auch etwas verschätzt, weil wir sie aus der D-Jugend verstärken wollten. Das war aber nicht die beste Entscheidung, weil das für die D-Jugendlichen eine zu große Belastung war –  das hat sich, auch von den Ergebnissen her, nicht bewährt. Im nächsten Jahr wird aber wieder eine komplette C-Jugend zur Verfügung stehen, weil aus der D-Jugend viele rauskommen. Die B-Jugend hat sich zum Ende der Saison stabilisiert und sie haben Siege eingefahren. Wir können also sagen, dass wir in jeder Alterklasse eine Jugendmannschaft stellen können, so dass man mit Stolz behaupten kann, dass es momentan sehr gut läuft.

 

RS:       Ihr habt also E-, D-, C- und B-Jugend besetzt – Wie sieht es betreuer- und trainingsmäßig aus ? Das ist ja immer ein besonderes Thema im Jugendbereich ?

 

AD:       Gerade im Mädchenbereich ist es noch etwas schwerer als im Jungenbereich, jemanden zu finden. Ich betreue jetzt die D-Jugend und die E-Jugend, wobei die E-Jugend noch nicht im Spielbetrieb ist, sondern nur Freundschaftsspiele austrägt und an Turnieren teilnimmt. Die C-Jugend, die am Anfang der Saison von Jörg Stuppi trainiert wurde, der sich aber aus beruflichen und privaten Gründen in der Winterpause wieder zurückziehen musste, hat bei der B-Jugend mittrainiert. Die B-Jugend hat Christoph Ober, Co-Trainer der Damenmannschaft, übernommen, was auch sehr gut funktioniert hat. Das große Problem ist, dass alles organisatorisch über mich läuft und das ist eigentlich zu viel Arbeit für mich.

 

RS:       Du hast ja heute Abend ein kleines Treffen mit Eltern aus dem Mädchenfußballbereich durchgeführt. Siehst Du für die Zukunft Perspektiven, dass Du weitere Unterstützung gewinnen kannst ?

 

AD:       Heute Abend hat sich überraschender Weise eine positive Entwicklung dargestellt. Der Vater von Lea Theis, einer Spielerin aus der E-Jugend, hat sich bereiterklärt, im nächsten Jahr die E-Jugend zu übernehmen. Wir müssen jetzt überlegen, welche Mannschaft ich im nächsten Jahr übernehme. Ich bin da eigentlich völlig offen, ob ich mit der D-Jugend in die C-Jugend gehe oder die neue D-Jugend übernehme. Auf jeden Fall brauchen wir noch jemand für eine Jugendmannschaft. In der B-Jugend wäre es schön, wenn der Christoph die Betreuung und das Training weitermachen würde. Auf jeden Fall ist festzustellen, dass noch Bedarf an zusätzlicher Unterstützung existiert.

 

RS:       Aus dem Bereich der Damenmannschaft siehst Du jetzt erst mal kein Möglichkeiten, weitere Unterstützung zu gewinnen ?

 

AD:       Das Problem ist, dass alle Spielerinnen berufstätig sind und dann kaum jemand so nah am TuS Ahrbach beheimatet ist und somit weitere Wege zurückzulegen sind. Ich werde das sicherlich noch mal ansprechen, aber hier sehe ich momentan eigentlich keine weiteren Möglichkeiten.

 

RS:       Du hast den Trainerbereich für die Mannschaften angesprochen. Aber eine Mannschaft funktioniert ja nicht nur durch die sportliche Betreuung, sprich das Training. Wie sieht es denn mit der sonstigen Unterstützung aus, z.B. Einbindung von Eltern ?

 

AD:       Gerade in den jüngeren Bereichen, wie E- und D-Jugend gibt’s eigentlich keine Probleme – es sind immer genügend FahrerInnen und HelferInnen da. Im Bereichen C- und B-Jugend habe ich schon öfters mal gehört, dass es ab und zu mal mit FahrerInnen knapp ist. Aber ansonsten kann ich mich eigentlich kaum beklagen, die Eltern stehen größtenteils hinter der Sache, so dass ich mich auf die entsprechende Unterstützung verlassen kann.

 

RS:       Du hast angesprochen, dass bei der Damenmannschaft die meisten Spielerinnen nicht im direkten Umfeld von Ruppach-Goldhausen wohnen. Wo kommen die Spielerinnen im Jugendbereich her ?

 

AD:       Das ist schon primär die nähere Umgebung – aber wir haben auch einige Spielerinnen aus Oberelbert und Montabaur.

 

RS:       Wie siehst Du die Trainingsmöglichkeiten – ist dort alles im grünen Bereich oder gibt es dort noch Verbesserungspotential ?

 

AD:       Hier ist auch Verbesserungsbedarf. Die Mädchen trainieren momentan komplett Freitags, da wir mittlerweile aber vier Mannschaften haben, wird es schon sehr knapp, zumal auf der anderen Platzhälfte noch F- oder E-Jugendspiele stattfinden und damit nur eine Platzhälfte zum Training von vier Mädchenmannschaft frei ist. Die Situation könnte besser sein und muss sicherlich in Zukunft auch verbessert werden. Für die neue Saison müssen hier vom TuS Ahrbach aus entsprechende Überlegungen vorgenommen werden.

 

RS:       Du hast vorhin angesprochen, Spielerinnen kommen aus Ruppach-Goldhausen, aus der näheren Umgebung, aus Niederelbert, aus Montabaur. Wie siehst Du denn die Konkurrenzsituation zum Frauenfußballverein 1. FFC Montabaur – gerade im Mädchenbereich, der dort auch sehr intensiv betrieben wird ?

 

AD:       Man muss neidlos anerkenne, dass die Jugendarbeit in Montabaur sehr gut ist – sie haben auch eine sehr starke Jugend. Was mich etwas stört, ist das manchmal doch etwas überzogene und zT überhebliche Auftreten bis hin manchmal zur fehlenden Fairness. Dies wird oft nicht nur durch die Spielerinnen zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch die Begleitungen und Zuschauer. Es ist klar, es ist eine Konkurrenz, es ist eine Derbysituation, aber es stellt sich schon etwas extrem zwischen Ahrbach und Montabaur dar.  

 

RS:       Derby-Situationen können ja auch überaus motivierend und belebend sein ?

 

AD:       Von den Erwachsenen färbt das schon sehr ab auf die Jugendlichen, die sind beim direkten Zusammentreffen noch zusätzlich motiviert und wollen es uns natürlich zeigen, wobei man bei meiner Mannschaft leider schon sagen muss, dass es durch die präsentierte Stärke von Montabaur beinahe ins Ängstliche geht – meine Spielerinnen sind dann beim Spiel überaus nervös und können sich dann oft nicht auf die eigene Stärke konzentrieren.

 

RS:       Im Jugendbereich ist leider oft so, dass starke Mannschaften Spieler aus konkurrierenden Mannschaften abwerben. Spielt dies im Mädchenfußballbereich, gerade zwischen Ahrbach und Montabaur, auch eine Rolle ?

 

AD:       Abwerbeversuche finden immer wieder statt, hier haben wir auch schon entsprechende Erfahrungen gemacht. Wir haben schon Spielerinnen an Montabaur verloren, haben aber auch schon Spielerinnen aus Montabaur hinzu bekommen. Insgesamt sollte man dies momentan aber nicht überbewerten, zumal wir kaum Abwanderungen zu verzeichnen hatten, die uns massiv beeinträchtigt und geschwächt haben. Wir von uns aus betreiben aber keine aktiven Abwerbeversuche, aber ein entsprechendes beiderseitiges Agreement zwischen den beiden Vereinen existiert nicht.

 

RS:       Du hast im letzten und vorletzten Jahr die Aktion „Schnuppertraining“ angeboten, wo unter Einbindung von Spielerinnen der Frauenfußballmannschaft aktive Werbung mit Training und Spiel gemacht wurde. Waren das erfolgreiche Aktionen, mit denen neue Spielerinnen gewonnen werden konnten ?

 

AD:       Das Schnuppertraining im letzten Jahr war von der Resonanz her eher enttäuschend, nur vier oder fünf Mädels kamen, es hat aber auch wie aus Eimern geregnet. Dafür kamen aber nach dem Schnuppertraining viele Spielerinnen, so dass wir die E-Jugend aufmachen konnten. Vielleicht wurde gesagt, ich konnte an dem Tag nicht, wäre aber gerne dabei, so dass man die Aktion als solches schon als erfolgreich bezeichnen kann.

 

RS:       Sind solche Maßnahmen auch für die Zukunft angedacht ?

 

AD:       Ist natürlich angedacht – in diesem Jahr planen wir aber keine entsprechende Aktion. Aber im nächsten Jahr kann das sicherlich wieder ein Thema sein, natürlich auch abhängig davon, wie sich die Gesamtsituation entwickelt.

 

RS:       Erfolgreiche Jugendarbeit soll natürlich auch den Nachwuchs für den Seniorinnenbereich sichern. Siehst Du im Jugendbereich momentan entsprechendes Potential ?

 

AD:       Es ist durchaus Potential vorhanden, wir haben einige gute Talente in den Jugendmannschaften. Optimal wäre es natürlich, wenn es uns gelingen würde, im Frauenfußball des TuS Ahrbach auch eine zweite Mannschaft Frauenfußballmannschaft zu installieren, so dass die älteren Jugend-Jahrgänge schon entsprechende Erfahrungen in der zweiten Seniorinnenmannschaft sammeln könnten, so dass auch das Nachfolgepotential für die erste Seniorenmannschaft geschaffen werden kann.

 

RS:       B-Jugend heisst ja Alter zwischen 14 und 16. Jahren – was passiert denn mit der Alterspanne ab 16 Jahren, wenn es im Mädchenbereich keine A-Jugend gibt ?

 

AD:       Diese Alterklasse geht dann in den Seniorinnenbereich. Um das zu erleichtern, werden auch heute schon ab und an B-Jugendliche in den Trainingsbetrieb der Seniorinnen eingebunden, um den Übergang zu erleichtern. Dadurch dass Christoph die B-Jugend trainiert bringt er schon mal Mädels mit zum Seniorinnentraining oder wir haben auch schon mal gemeinsam trainiert.

 

RS:       In den letzten Jahren wurde ja auch wieder das Thema Jugendfreizeit aufgegriffen, die auch Spartenübergreifend und zusammen mit Jungen und Mädchen durchgeführt wurde. Ist das eine zusätzliche Möglichkeit, Mädchen zum Mitmachen zu motivieren ?

 

AD:       Auf jeden Fall – meinen Mädels hat die Teilnahme sehr gut gefallen – auch die mannschaftsübergreifende Kontaktaufnahmen. Sie sind in diesem Jahr ganz enttäuscht, dass sie als C-Jugendliche nicht teilnehmen „dürfen“. Es ist auf jeden Fall ein tolle Aktion.

 

RS:       Abschließend vielleicht noch ein paar Worte zu den Perspektiven für die nächsten Jahre.

 

AD:       Solange die Eltern hinter der Sache Mädchenfußball stehen und sich vielleicht noch ein oder zwei (oder auch mehr) Betreuer finden, denke ich schon, dass wir beim TuS Ahrbach auf längere Sicht eine gute Mädchen-Jugendarbeit leisten können und dass die Frauenfußballmannschaft nach und nach aus dem eigenen Nachwuchs verstärkt werde kann.

 

RS:       Bei diesen positiven Perspektiven bleibt mir nur, Dir Dankeschön zu sagen für dieses informative Gespräch und alles Gute zu wünschen für die weitere Arbeit im Jugendbereich im Mädchenfußballbereich und natürlich auch für die weitere Entwicklung im Frauenfußballbereich des TuS Ahrbach.

 

Interview mit dem

Abteilungsleiter der Abteilung Handball des TuS Ahrbach, Oliver Kollig (OK)

 

(geführt am 24.7.2006 durch Raimund Schäfer (RS))

 

RS:       Mir gegenüber sitzt Oliver Kollig, Abteilungsleiter der Abteilung Handball, die in diesem Jahr 25jähriges Jubiläum feiert – 25 Jahre Handball, der Verein TuS Ahrbach ist hingegen über 80 Jahre alt. Wie kam es zu dieser Gründung vor 25 Jahren ?

 

OK:      Ich selbst war zwar nicht bei Gründung der Abteilung dabei, habe aber die Anfangszeit miterlebt. Bei einem geselligen Beisammensein im Jahre 1981, beim Bäumchenstellen für Julia Lehmann wurde von Kurt und Manfred Rütten und Jürgen Lehmann die Idee geboren, die Handballabteilung zu gründen. Alle kamen aus dem Handballbereich und diese Sportart wollten sie in den TuS Ahrbach einbringen.

 

RS:       1981 also Startschuss für die Handballabteilung – Waren zu Beginn direkt genug Spieler da, oder musste man erst entsprechende Werbeaktionen starten um ausreichend Spieler zu gewinnen ?

 

OK:      Das war der Grund dafür, warum der Spielbetrieb auch erst mit der Saison 82/83 aufgenommen wurde. Über ein halbes Jahr versuchte man ausreichend Spielermaterial zu gewinnen. Überwiegend konnten diese Spieler durch freundschaftliche Beziehungen und durch Bundeswehr-Bekanntschaften, so dass der Spielbetrieb sogar mit zwei Mannschaften aufgenommen werden konnte.

 

RS:       Man fängt ja, wenn man neue Mannschaften ins Leben ruft in den untersten Spielklassen an. Wann haben sich die ersten Erfolg abgezeichnet ?

 

OK:      Geplant war der direkte Aufstieg, weil die gewonnenen Spieler aus höheren Klassen kamen. Aber wie es meist so ist, wenn man etwas erzwingen will, lässt der Erfolg erst einmal auf sich warten. Erst im 5. Jahr wurde dann der lang ersehnte Aufstieg in die damalige 2. Kreisklasse geschafft.

 

RS:       Man hat sich direkt von Anfang an auf eine relativ breite Basis gestellt und hat sich nicht nur auf den Senioren-, sondern auch auf den Jugend- und Damenbereich gebaut. Wie ist die Entwicklung in diesen Bereichen voran gegangen ?

 

OK:      Im Jugendbereich wurde mit der B-Jugend angefangen, wobei jeder weiß, dass das Alter von 14 bis 16 Jahren ein überaus schwieriges Alter ist, so dass bereits nach zwei Jahre erst einmal Schluss gemacht werden musste und die verbleibenden Spieler sind entweder nach Bannberscheid abgewandert oder im Seniorenbereich eingegliedert worden. Bei den Damen stellt sich die Situation etwas anders dar, dort konnte man bereits im C-Jugend-Alter beginnen, wo man zeitweise sogar zwei Mannschaften in Spielbetrieb hatte. Dadurch ist gewährleistet, dass auch heute noch die ein oder andere Spielerin im Damenbereich des TuS Ahrbach spielt.

 

RS:       Wenn man die einzelnen Jahre der Entwicklung der Handballabteilung betrachtet, wird man in den 90iger Jahre darauf stoßen, dass man nicht mehr alleine, sondern in Spielgemeinschaft mit Saynbachtal gespielt hat, die aber nicht lange Bestand hatte. Wie ist dieses sportliche Intermezzo zu erklären ?

 

OK:      Die Spielerdecke wurde in diesen Jahren immer enger und durch Freundschaftsbeziehungen, unser heutige Spieler Martin Fränzer wechselte 1992 nach Saynbachtal, kamen entsprechende Kontakte zustande, weil unser Nachbar Bannberscheid uns nur als dritte Mannschaft akzeptierte. Bei Saynbachtal wurde wir im Vorfeld hingegen als gleichwertige Partner in einer Spielgemeinschaft angesehen. Leider wurden aber zu Beginn der Spielgemeinschaft der Fehler begannen, nicht mit einem Neuanfang zu beginnen, sondern die 1. Mannschaft überwiegend aus Saynbachtal und die 2. Mannschaft aus Ahrbach bildete. Als dann die Spielerdecke der 1. Mannschaft dünn wurde, musste die 2. Mannschaft herhalten und hatte somit keine Perspektive mehr.

 

RS:       Wenn man die Zeitreise über 25 Jahre Handball beim TuS Ahrbach betrachtet, sieht man, dass die erfolgreichen Jahre ab 2000, insbesondere im Seniorenbereich zu verzeichnen sind, indem man sich bis in die Landesliga steigern konnte. Wie ist dieser Aufschwung in den letzten Jahren zu erklären ?

 

OK:      Einmal ist es damit zu erklären, dass wir verbesserte Trainings- und Spielmöglichkeiten haben, die wir in den 90iger Jahren leider nicht hatten. Zum anderen wurde über 12 Jahre in den 90iger Jahren keine Jugendarbeit betrieben, so dass der Nachwuchs durch kontinuierliche Basisarbeit nicht gegeben war. Erst mit Aufbau einer Jugendabteilung Mitte der 90iger Jahre konnte die entsprechende Basis gelegt werden, so dass in den letzten Jahren die ersten jungen Spieler sich im Seniorenbereich etablieren und somit für neuen Schwung sorgen konnten – auch ein zusätzlicher Ansporn für die alten Hasen.

 

RS:       Die ganze Handballabteilung stellt und fällt auch mit deiner Person. Wie sieht dein Resümee aus, wenn du die lange Jahre deiner aktiven Tätigkeit in dieser Handballabteilung betrachtest ?

 

OK:      Erfreulich ist, dann mit der Schwerpunktsetzung auf die Jugendarbeit Mitte der 90iger Jahre neuer Aufschwung in die Abteilung gekommen ist. Mittlerweile ist erkennbar, dass der ein oder andere Jugendliche den Sprung in den Seniorenbereich schafft. Es ist zwar schade, dass der ein oder andere zwischenzeitlich zum Teil zu höherklassigen Vereinen abgewandert ist, aber damit muss man als relativ kleiner Verein immer leben. Ich hoffe natürlich, dass sich die Jugendlichen nicht nur in die sportlichen Bereiche integrieren, sondern vielleicht der ein oder andere sich auch in der Abteilungsarbeit engagiert. Wir versuchen, sie schon frühzeitig in die Jugendarbeit einzubinden, so dass wir über diesen Weg den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Handballabteilung sicherstellen wollen.

 

RS:       25jähiges Bestehen einer Abteilung ist natürlich auch Grund zum Feiern und dieses Jubiläum soll auch gebührend begangen werden. Was habt Ihr an Eurem Jubiläumswochenende so im Einzelnen in der Planung ?

 

OK:      Die Planung, die vor über einem Jahr begonnen hat, ist soweit abgeschlossen. Eines unserer Highlights ist am Freitagabend das Spiel der Regionalligamannschaft von der HSG Mülheim-Kärlich/Bassenheim gegen den Aufsteiger in die 2. Bundesliga TV Kirchzell. Am Samstag wird als Abschluss der sportlichen Präsentation, bei der alle Mannschaften der Handballabteilung sich präsentieren sollen, eine Begegnung zweier Damen-Regionalligisten stehen TuS Bannberscheid  – DJK Marpingen. Am Samstagabend geht’s dann in den geselligen Teil in der Turnhalle Ruppach-Goldhausen. Wir konnten die Schülerband „DOSs House Band“ gewinnen, um unserer Jugend auch etwas zu bieten. Anschließend wird „DJ Thorsten“ dafür sorgen, dass die etwas älteren Semester auch nicht zu kurz kommen und sich aktiv betätigen können. Den Sonntag werden wir mit einem Fest-Gottesdienst in der Turnhalle beginnen und anschließend einen kleinen festlichen Teil anschließen, bei dem auch verdiente Mitglieder geehrt werden, und der vom Gesangverein und der Cheza Nostra musikalisch umrahmt wird. Die Jugendorchester der Big-Band Boden wird uns dann anschließend noch entsprechend schwungvoll musikalisch unterhalten. Natürlich lässt sich auch die Tanzgruppe von unserer Showtanzgruppe es sich nicht nehmen, sich hier zu präsentieren und das Publikum gut zu unterhalten.

 

RS:       Das ist ja die richtige Mischung aus sportlichen und geselligen Teilen, so dass jeder auf seine Kosten kommen sollte. Abschließend noch ein Wunsch von dir Olli für die weitere Entwicklung des Handballs beim TuS Ahrbach.

 

OK:      Ich hoffe, dass wir uns gut bei diesem Jubiläumswochenende präsentieren und dass wir nicht nur die Bevölkerung von Ruppach-Goldhausen, sondern auch Zielgruppen darüber hinaus ansprechen können. Unser Ziel ist es natürlich immer, weitere Kinder und Jugendliche zu begeistern und für die Handballabteilung zu gewinnen. Als Handballabteilung sind wir natürlich in einem großen, vom Fußball geprägten Verein, nur ein kleiner Teil und es ist immer schwieriger, sich entsprechend zu präsentieren und entsprechenden Zulauf zu gewinnen.

 

RS:       Mir bleibt nur, euch entsprechend zu gratulieren und euch alles Gute zu wünschen, damit ihr die Ziele und den Erfolg erreichen könnt, den ihr für euch selbst definiert.

 

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Interview mit dem

Vorsitzenden des TuS Ahrbach, Rudolf Bauch (RB)

 

(geführt am 15.11.2005 durch Raimund Schäfer (RS))

 

RS:       Mir gegenüber sitzt Rudolf Bauch, seit 2001 Vorsitzender des TuS Ahrbach, aber seit frühester Jugend in den unterschiedlichsten Funktionen schon in der Vereinsverantwortung. Er hat während dieser Zeit viele Höhen und Tiefen in der Vereinsgeschichte des TuS Ahrbach miterlebt. Wie würdest Du diesen einzelnen Phasen stichwortartig bewerten ?

 

RB:       Es gibt natürlich die Ära Detlef (Tank), die beginnt in der Zeit, wo er mich selbst trainiert hat – die B-Jugendzeit. Das war dann auch die Zeit, wo ich aktiv in Vereinsgeschehen eingestiegen bin. Und es gibt natürlich die Zeit nach der Ära Detlef.

 

RS:       Welche Ereignisse verbindest Du mit der Zeit unter Detlef ?

 

RB:       Natürlich an ersten Stelle die großen sportlichen Aktivitäten und Erfolge dieser Zeit, aber auch die vielen interessanten Reisen, als Hightlights die Reisen nach Miami, nach Australien. Faszinierend war aber insbesondere die Begeisterung für den Fußball, die er vermitteln konnte, so dass der TuS Ahrbach in der Lage war, immer wieder engagierte Jugendbetreuer zu gewinnen, die die ganzen Aktivitäten mitgetragen und junge Leute für den Fußball begeistert haben.

 

RS:       Der TuS Ahrbach in der jetzigen Ausprägung umfasst die Abteilungen Fußball, Handball, Tanzen und Turnen. Wie siehst Du das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Abteilungen ?

 

RB:       Das Zusammenspiel zwischen den Abteilungen ergibt für mich ein rundes Bild. Es ist ein gegenseitiges Miteinander gegeben und es wird sich im Bedarfsfalle geholfen, so dass man hier eigentlich zufrieden sein kann. Das wird natürlich auch dadurch verstärkt, dass viele Vereinsmitglieder in mehreren Abteilungen aktiv sind.

 

RS:       Gibt es Überlegungen weitere Sportbereiche in Angriff zu nehmen ?

 

RB:       Wir sind momentan schon sehr konkret dabei Kursangebote zu etablieren – im Bereich Kinderturnen. Es ist ein neues Angebot im TuS Ahrbach um die elementar motorischen Funktionen der Kinder zu fördern und verbessern. Auch weiteren Kursen, auch für andere Altersklassen, stehen wir natürlich immer offen gegenüber und werden auch versuchen, hier die ein oder andere Maßnahme zu installieren.

 

RS:       Ein wichtiges Thema Jugendarbeit – der TuS Ahrbach war in der Vergangenheit bekannt für eine gut funktionierende erfolgreiche Jugendarbeit. Dann musste über Jahre eine gewisse Talsohle durchschritten werden, aber in den letzten Jahren kann man wieder ein Aufstreben in der Jugendarbeit erkennen. Woran machst Du diese Entwicklung fest ?

 

RB:       Die Entwicklung steht und fällt mit qualifizierten Jugendbetreuern, die sich einbringen, die begeistern, so dass die Kinder auch kommen. Solche Jugendbetreuer sind momentan in den verschiedenen Altergruppen wieder sehr erfolgreich aktiv. Darüber hinaus ist mit der in 2005 erstmals wieder durchgeführten Jugendfreizeit wieder ein Anfang gemacht, ein klares Indiz dafür, dass hier auf einem Erfolg versprechenden Weg sind.

 

RS:       Der TuS Ahrbach ist heute, wie eigentlich die meisten Vereine, nicht mehr in der Lage, eine eigenständige Jugendarbeit durchzuführen. Man kooperiert in Jugendspielgemeinschaften. Funktioniert dieser Bereich weitestgehend reibungslos ?

 

RB:       Hier muss man schon ein paar Abstriche machen. Es ist einfach die Situation gegeben, dass zu viel dem Zufall überlassen wird, als es vorab strukturiert anzugehen. Der Erfolg ist momentan abhängig von dem Engagement der einzelnen Trainer und Betreuer. Trotz des großen Erfolges im Jugendbereich krankt dieser Bereich momentan auch daran, dass der TuS Ahrbach zZ keinen etablierten Jugendbetreuer als zentrale Ansprechstelle und Koordinator hat, dass Michael Rausch, der sich über Jahre intensiv engagiert hat, im letzten Jahr etwas resigniert hat, auch deswegen, weil er in diesem Bereich wie erwähnt relativ alleine stand und viele Probleme nur bei ihm landeten und er damit allein gelassen wurde. Die Jugendarbeit ist ein Bereich, wo man noch intensiver arbeiten muss, wo man versuchen muss, die Grundlagen für die Zukunft zu legen und dies braucht natürlich eine breite Unterstützung.

 

RS:       Ein anderes Thema – Sportfreundschaften. Der TuS Ahrbach kann auf eine lang andauernde Sportfreundschaft mit den holländischen Freunden aus Eind zurückblicken. Du hast diese ganze Zeit begleitet, kannst Du etwas beleuchten, wie diese Freundschaft zustande gekommen ist und wie sich diese Freundschaft im Laufe der Zeit entwickelt hat ?

 

RB:       Das alles reicht zurück in das Jahr 1982, ich selbst war noch A-Jugendspieler und wir hatten das Glück, dass durch die kurzfristige Absage von Maischeid, die eigentlich diesen Besuch in Eind wahrnehmen wollten, wir so flexibel waren, diesen Besuch quasi ohne Vorlauf mit unserem damaligen Betreuer Norbert Opper durchzuführen. Das war der Beginn eines ständigen Austausches von Jugendmannschaften über all die Jahre, wir besuchten immer über ein paar Tage die Eindse Boys und die holländischen Gäste waren im Gegenzug Gast bei uns.

 

RS:       Eine solche Freundschaft über einen so langen Zeitraum hängt ja auch wesentlich davon ab, dass sich bestimmte Personen besonders einbringen und daran arbeiten, dass diese Freundschaft überdauert. Welche Personen sind hier besonders anzuführen ?

 

RB:       Dass eine solch erfolgreiche Sache mit den Personen steht und fällt ist eine klare Erfahrung, die wir in den Jahren gemacht haben. Auf Seite der Eindse Boys sind besonders Jan und John engagiert, aber auch andere Personen, die gar nicht im einzelnen genannt werden können. Auf unserer Seite war das immer mein besonderes Anliegen, Michael Rausch ist jemand, der die Beziehung mittlerweile stark mit trägt und Du selbst hast ja auch schon mehrere Aktionen mit begleitet. Wichtig ist aber, dass wir selbst, d.h. wir vom Vorstand aus, wenn wir an die Beibehaltung dieser Beziehung interessiert sind, auch künftig bereit sind, entsprechende Initiativen zu ergreifen.

 

RS:       Mittlerweile hat sich diese Freundschaft ja auch aus dem Jugendbereich heraus etwas ausgedehnt. Auch der Alte-Herren-Bereich ist jetzt in diesen freundschaftlichen Austausch eingebunden. Wie sind nächsten Aktivitäten, die in diesem Zusammenhang geplant sind ?

 

RB:       In 2006 wird es den 25. Austausch geben – das wollen wir auch besonders begehen. Die Eindse Boys besuchen uns mit ihrer C-Jugend im Juni, nach Möglichkeit im Rahmen der WM, auch verbunden mit einem C-Jugend-Turnier. Im August werden wir mit unserer A-Jugend einen Gegenbesuch in Eind vornehmen. In 2007 werden unsere Alten Herren die holländischen Veteranten in Eind besuchen. Diese Begegnungen im „Alt-Herren-Bereich“ sind zwischenzeitlich, obwohl noch relativ jung, doch zu einem tragenden und belebenden Element dieser Vereinsfreundschaft geworden.

 

RS:       Ein anderes Erfolgsthema ist der Hallencup. Hier kann man auf eine einzigartige Entwicklung zurückblicken. Der Hallencup hat zu größten Fußballturnier unserer Region entwickelt, mit jährlich immer an die 100 teilnehmenden Mannschaften. Wie ist dieser Erfolgsstory Hallencup zu erklären ?

 

RB:       Es ist natürlich vom Umfang her eine ziemlich verrückte Sache. An Anfang haben wir schon viele kritische Stimmen gehört, die an unseren Planungen gezweifelt haben, ein Turnier in dieser Größenordnung aufzuziehen (den Ausspruch „Ihr spinnt ein bisschen“ mussten wir schon mehrfach hören). Im laufe der Jahre wurden die Zweifler aber überzeugt und das Turnier hat sich als tolle Sache etabliert, hat natürlich auch verschiedene Höhen und Tiefen erlebt, aber sich in den letzten Jahren doch zu diesem Turnier in dieser Dimension entwickelt.

 

RS:       Hat man bei den ersten Überlegungen schon damit gerecht, dass diese Aktion die heutigen Dimensionen erreicht ?

 

RB:       Im ursprünglichen Planungskreis war es eigentlich immer das Ziel, das Turnier in diese Richtung, auch von der Größenordnung her, voran zu bringen. Der Erfolg gibt uns recht, die Resonanz ist da, die Vereine kommen immer wieder gerne, die Atmosphäre stimmt, so dass auch die Zukunft des Turniers, auch wenn man sich immer wieder neue Gedanken über Modifikation macht, gesichert ist. Auch diese kombinierte Form eines Jugend- und Seniorenturnier, eigentlich auch ungewöhnlich, ist sicherlich ein besonderer Reiz des Turniers.

 

RS:       Veranstaltungen des TuS Ahrbach – im Vordergrund stehen natürlich die sportlichen Aktivitäten. Welche sonstigen Maßnahmen, vielleicht auch im außersportlichen Bereich bietet der TuS Ahrbach ?

 

RB:       Die zweite Groß-Veranstaltung in 2006, die „Ruppich-Golser Fassenacht“ liegt ja wieder im ausschließlichen Zuständigkeitsbereich des TuS. Am Karnevalssamstag ist wieder großes und buntes Karnevalstreiben angesagt, für das insbesondere die „Alt-Herren“-Abteilung verantwortlich zeichnet. Die nächste Kinderfreizeit, 5 Tage über Christi Himmelfahrt ist schon festgelegt und nach dem Superereignis in 2005 mit an die 100 Kindern natürlich auch ein Muss. Auch das jährliche Sportwochenende ist zwischenzeitlich ein Institution – hier trifft alles zusammen, Jugendturniere, Senioren-, Alt-Herren-, Frauenfußballspiele und nicht zuletzt das Dorfturnier mit Hobbymannschaften des Ortes und der Umgebung.

 

RS:       Welche weiteren Aktivitäten sind geplant ?

 

RB        Die Erfahrungen aus 2005 mit der Vorstandsklausur hat uns ja ermutigt, themenorientiert von Jahr zu Jahr wieder neue Ziele anzugehen. In 2006 wollen wir die Qualifizierung unserer Mitarbeiter voranbringen. Wie können wir die Leute, die ehrenamtlich tätig sind, weiterbringen und ihnen auch die Chance geben, sich weiter zu qualifizieren.

 

RS        Das Stichwort Vorstand ist gefallen. Seit 2005 steht eine etwas veränderte Mannschaft in der Vorstandsverantwortung, mit einigen neuen Gesichtern. Welche Probleme sind zu bewältigen bzw. welche neue Ziele hat man sich gesteckt ?

 

RB        Viele Ziele wurde bereits genannt – eine großes Ziel ist natürlich eine finanziell verlässliche Basis zu schaffen, die ein Haushalten ohne Ausgabenüberschüsse, also mit einem ausgeglichenen Haushaltsplan, garantiert. Von diesem Ziel sind wird noch etwas entfernt, aber hier wurden bereits verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um Einnahmequellen zu erschließen und es wurde auch schon einiges erreicht. Aber die Schaffung einer soliden finanziellen Basis wird sicherlich auch ein zukünftiges Thema sein. Die bisherigen Maßnahmen sind richtig und gut, aber sicherlich noch nicht ausreichend, so dass man immer überlegen muss, weitere Geldquellen zu erschließen, um dem Sportbetrieben und der Jugendbetreuung gute Voraussetzungen bieten zu können und die anfallenden Kosten, die bereits auch schon auf ein unumgängliches Maß reduziert wurden, decken zu können.

 

RS        Welche persönliches Perspektiven hast Du in Bezug auf das weitere Vereinsgeschehen ?

 

RB        Hier fällt mir als erstes wieder die Jugendarbeit ein – hier müssen wir uns noch mehr engagieren und das, war in den letzten Jahren an guten Entwicklungen entstanden ist, muss gut gepflegt und weiter ausgebaut werden, damit sich dies auch im Leistungsbereich niederschlägt. Wir möchten mit den Mannschaften nicht nur in der Kreisstaffeln agieren, sondern auch in den darüber liegenden Klassen wieder Fuß fassen. Sportlicher Erfolg ist die beste Eigenwerbung.

 

RS        Du hast ein abschließendes Stichwort gegeben – Leistungsfähigkeit. Wie bist Du mit dem momentanen Leistungsstand in den verschiedenen Abteilungen zufrieden ?

 

RB:       Positiv überraschend für mich ist das überaus erfolgreiche Abschneiden unserer Frauenfußballmannschaft. Hier waren im Vorfeld ja viele, die meinten, durch den Weggang von z.B. Martina Erber würde die Leistungsfähigkeit stark leiden. Wir haben jetzt eine junge, torhungrige Mannschaft, die zZ den 3. Platz belegt. Auch die erste Mannschaft hat sich zwischenzeitlich gefangen, es wurden auch die nötigen Punkte gesammelt, damit man nicht in Abstiegsgefahr gerät. Die Handballsenioren haben sich für den Start in der Landesliga etwas mehr versprochen und mussten doch einige schmerzliche Niederlagen hinnehmen. Hier muss sicherlich viel gearbeitet werden, damit die Klasse erhalten werden kann. Im Jugendbereich sind sehr gute Ansätze vorhanden, hier fällt insbesondere die E-Jugend auf, die Tabellenführer ist und Ambitionen für die Meisterrunde hat. Die D-Jugend ist in der Kreisstaffel Tabellenführer. Auch im Handballjugendbereich sind mit der überaus erfolgreichen D-Jugend gute Ansätze vorhanden, so dass man hoffnungsfroh in die Zukunft blicken kann.

 

RS:       Wir haben ein umfassendes Bild vom Vereinsgeschehen beim TuS Ahrbach, das Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft gibt. Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die weitere Arbeit beim TuS Ahrbach.

 

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Interview mit dem

- Abteilungsleiter Handball, Oliver Kollig (OK)

- Trainer der Seniorenmannschaft, Manfred Rütten (MR)

 

(geführt am 06.07.2005 durch Raimund Schäfer (RS))

 

RS:       Ich sitze hier zusammen mit den Vertretern der Handballabteilung, Abteilungsleiter Oliver Kollig und Trainer der Seniorenmannschaft, Manni Rütten. In der Vorbereitung des heutigen Gespräches ist mir ein Artikel in die Hand gefallen, vom 28.05.2004, Überschrift „Handballer des TuS Ahrbach steigen in die Bezirksliga auf“. Ein Jahr später kann man feststellen, die Handballer sind souverän Meister der Bezirksliga geworden und steigen auf in die Landesliga. Wie ist diese positive Entwicklung zu erklären?

 

OK:    Zum ersten ist der Erfolg unserem Trainer Manfred Rütten zu verdanken, zum weiteren ist in den letzten 3 Jahren die Mannschaft zusammen geblieben und so konnte sich auch das Zusammenspiel verbessern. Darüber hinaus sind Jugendliche in den Seniorenbereich integriert und sind zu einer Stütze der Mannschaft geworden.

 

RS:       Landesliga – Mann misst sich mit stärkeren Mannschaften – Reicht das Kader der jetzigen Mannschaft aus, um diesen jetzt doch noch höheren Anforderungen gerecht zu werden oder muss die Mannschaft gezielt verstärkt werden ?

 

MR:      Das Potential in der Mannschaft ist noch sehr hoch, wobei die Mannschaft von Alter her sehr durchwachsen ist, mit fünf/sechs sehr jungen Spielern im Alter von 18 bis 20 Jahren, die auch bereit sind, neue Wege zu gehen, dazu die älteren Spieler, z.T. im Alter zwischen 35 und 40 Jahren, was natürlich für die Zukunft ein paar Probleme aufwerfen kann. Deshalb müssen wir den Nachwuchsbereich intensiv betreuen. Zur Landesliga: auch hier sind sehr viele ältere Mannschaften vertreten, so dass ich optimistisch bin, dass wir auch in der Landesliga ein Wörtchen im oberen Tabellenbereich mitreden können. Darüber hinaus haben wir mit Petro Santos einen Spieler, der sogar Regionalliga-Erfahrung hat.

 

RS:       Sind in Bezug auf die neue Saison schon Neuzugänge zu verzeichnen oder rekrutiert sich die Mannschaft aus dem jetzigen Spielerstamm?

 

MR:      Wir haben mit verschiedenen Spielern Kontakt aufgenommen und sind jetzt mit zwei Spielern im intensiveren Gespräch. Ich hoffe, dass wir sie für uns gewinnen können, weil ein Spieler bereits zwei Klassen höher gespielt hat, der andere ein sehr guter Bezirksklassenspieler ist, der auch sehr gut in unsere Mannschaft passen würde. Wenn dies jedoch nicht gelingen sollte, habe ich aber auch keine Ängste.

 

RS:       Landesliga heißt ja nicht nur zusätzliche sportliche Herausforderungen, sondern auch zusätzliche Herausforderungen in Bezug auf Organisation und finanziellem Aufwand. Inwieweit kommen jetzt auf die Handballabteilung bzw. auf den Verein zusätzliche Investitionen zu?

 

OK:      Investitionen in diesem Bereich werden keine großen Auswirkungen haben – es wird überwiegend im Jugendbereich finanzielle Mittel und zusätzliche Betreuer benötigt. In der Landesliga werden von den Fahrten her keine wesentlich größeren Entfernungen zu bewältigen sein. Die weiteste Entfernung wird mit der Eifel mit ca. 60 km sein.

 

RS:       Manni hat eben erwähnt, dass die jetzigen Mannschaft sich mit Altersschnitt her relativ heterogen zusammensetzt. Der Jugendbereich hat ja immer einen sehr hohen Stellenwert gehabt. Im anpfiff 2/2004 war ein Artikel enthalten „Mit der A-Jugend in die Bezirksliga“. Leider hat sich diese Entwicklung nicht fortsetzen lassen, da die A-Jugend durch Spielerabgänge nicht zum Spielbetrieb gemeldet werden konnte und somit der direkte Nachwuchs für den Seniorenbereich unterbrochen wurde. Wie kann man solche Entwicklungen künftig vermeiden und somit langjährige Jugendarbeit auch für den Seniorenbereich des TuS Ahrbach retten?

 

OK:      Ausschlaggebend für die Abwanderung der Spieler war, dass es sich um Auswahlspieler handelte, die bei einem Auswahltraining abgeworben wurden. Aus diesem Grund sind in den letzten 1 ½ Jahren diese Aktivitäten, wie Auswahltraining und Fördertraining nicht mehr in bisherigen Umfang wahrgenommen werden.

 

RS:       Eine funktionierende Mannschaftsarbeit besteht ja nicht nur darin, regelmäßig Training durchzuführen und Spiele zu absolvieren, sondern wird auch dadurch gefördert, dass die Rahmenbedingungen stimmen – Trainingsmöglichkeiten, Spielmöglichkeiten. Wie werden diese Rahmenbedingungen in Bezug auf die Handballabteilung und speziell Seniorenbereich gesehen?

 

MR:      Hier ist natürlich Verbesserungspotential, wir haben es zwar im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung geschafft, dass wir an einem Trainingstag anstatt einer ZweiDrittelhalle eine Kompletthalle zur Verfügung haben. Mit der ZweiDrittelhalle konnten wir einen schnellen Tempogegenstoss nicht richtig üben. Die Verfügbarkeit einer ganzen Halle ist natürlich sehr förderlich für den Trainingsbetrieb. Zum zweiten haben wir ein Trainingsprogramm für die Vorbereitung entwickelt, das sich sehr schwierig gestaltet. Man ist in der Mannschaft scheinbar noch nicht so weit, sich die zeitlichen Freiräume zu schaffen, um zweimal die Woche trainieren zu können. Momentan haben wir wahrscheinlich die Hauptzahl aller Spieler donnerstags an Bord, dienstags wahrscheinlich aber nur die, die Lust und Laune haben. Das ist schade, denn ich würde gerne an zwei Tagen voll trainieren, auch um das Potential der Mannschaft noch mehr herauszukitzeln. Mit Petro Santos sind wir zu der Vereinbarung gekommen, dass wir mit zwei Trainern arbeiten, er hat sehr große Fertigkeiten im spielerischen Bereich, die wir verstärkt in der Mannschaft umzusetzen wollen. So ist meine Hoffnung, dass wir künftig mehr spielend zu unseren Siegen kommen und nicht immer nur durch Kampf.

 

RS:       Wir haben jetzt relativ ausführlich über den Seniorenbereich gesprochen. Wie ist der Sachstand im Damen- und Jugendbereich? Wie sehen dort die Perspektiven aus?

 

OK:      Im Damenbereich sieht es leider nicht ganz so rosig aus, weil über 4 oder 5 Jahre im entsprechenden Nachwuchsbereich nichts getan wurde und die jetzige Jugend, die heranwächst, noch 2 bis 4 Jahre benötigt, um altersmäßig den Damenbereich zu verstärken. Im Jugendbereich hingegen haben wir seit zwei/drei Jahren mit der Grundschule Ruppach-Goldhausen die Kooperation, bieten dort Trainingseinheiten an. Durch diese Aktion unter der Leitung von Burghard Rüthlein haben wir im jüngeren Bereich (E-Jugend, D-Jugend) einen so großen Zulauf, dass wir in der Zukunft mit der jetzt verfügbaren Hallenkapazität für Trainingseinheiten nicht mehr auskommen. Es zeichnet sich ab, dass wir in der nächsten Saison mit einer, wenn nicht gar zwei zusätzlichen Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen werden, um den Jugendlichen auch Spielpraxis vermitteln zu können.

 

RS:       Eine Abteilung lebt nicht nur durch die sportlichen Aktivitäten, sondern das Zusammengehörigkeitsgefühl wird auch durch nichtsportliche Aktivitäten gefördert. Was ist in diesem Bereich zu verzeichnen?

 

MR:      Wir haben sehr viel geplant, haben auch schon sehr viel umgesetzt, da diese Aktivitäten meist an einigen, wenigen Personen hängen, sind diese meist schon über Gebühr belastet. Demnächst planen wir, gemeinsam klettern zu gehen, mit dem Ziel, die Muskulatur der Finger und der Oberarme zu kräftigen, gleichzeitig sich aber auch auf denjenigen, der einen sichert, den Rückmann, genau wie beim Handball, sich verlassen zu können. Wir haben im letzten Jahr unseren Ausflug durchgeführt, Grillfeste organisiert, gemeinsamen Jahresabschluss gemacht, wir machen den Tag des Handballs und im nächsten Jahr wird das Hauptaugenmerk auf dem 20jährigen Bestehen der Handballabteilung liegen.

 

OK:      Die außersportlichen Aktivitäten sind neben den erwähnten Aktivitäten im Jugendbereich die Teilnahme beim Beachhandballturnier oder beim Handballturnier in Holzheim, mit Übernachtung zu erwähnen. Die Kleinsten haben in diesem Jahr bei der Gesamtjugendfreizeit des TuS Ahrbach über 3 Tage teilgenommen.

 

RS:       Ein Problem in vielen anderen Bereichen des TuS Ahrbach sind fehlende Betreuer und Trainer. Ist die Abteilung Handball in diesem Bereich ausreichend gesegnet oder besteht dort auch noch entsprechender Bedarf?

 

MR:      Ausreichend versorgt kann man in diesem Bereich nie sein. Es werden immer Helfer und Betreuer benötigt. Letztendlich ist es so wie überall, die ganzen Aktivitäten tragen sich durch fünf/sechs Köpfe. Es wäre natürlich schön, wenn sich das ein oder andere Elternteil noch etwas stärker engagieren könnte.

 

RS:       In einem solchen Gespräch soll ja nicht alles glorifiziert werden, sondern es soll ja auch das ein oder andere, was sich negativ darstellt, angesprochen werden. Gibt es irgendwelche Bereiche, vielleicht im Bereich Abteilung/Verein, Abteilung/Förderkreis oder Abteilung und sonstigen Bereichen, die verbesserungswürdig sind und wo man noch einmal hinterfragen muss?

 

OK:      Im Bereich Förderkreis ist die Zusammenarbeit sehr gut, im Förderkreis werden überwiegend Geldmittel „beschafft“, die in erster Linie zur Förderung der Jugend oder für Anschaffungen verwendet werden. Des weiteren muss gesehen werden, dass durch die erreichte Spielstärke im Landesligabereich bei den Senioren und Verbandsliga im Jugendbereich zusätzliche Werbemaßnahme ergriffen werden sollen (Bandenwerbung). Darüber hinaus muss auch das Thema zusätzliche Trainer und Betreuer intensiv betrachtet werden.

 

MR:      Wenn ich mir vorstelle, dass man eine Mannschaft hat, die in den letzten zwei/drei Jahren eine solch positive und erfolgreiche Entwicklung genommen hat, und ich schaue mir dann die Zuschauerresonanz im TuS Ahrbach bei den Heimspielen an, so würde ich mir doch den ein oder anderen Zuschauer mehr wünschen, der, wenn auch nicht zu jedem Spiel, so doch dann und wann den Weg zu Spielen der Handballer findet und damit auch die Verbundenheit von Handballabteilung und TuS Ahrbach  dokumentiert. Das würde ich mir mehr wünschen für die Zukunft.

 

RS:       Manni hat eben das Stichwort „20 Jahre Handballabteilung“ gegeben. Kannst Du mal kurz skizziert, was Ihr hier so plant?

 

OK:      Wir haben schon kurz umrissen, am letzten Augustwochenende soll ein sportliches HighLigth in der Kreissporthalle in Montabaur stattfinden – mit Spielen aller Mannschaften der Handballabteilung und aller benachbarten Vereine. Darüber hinaus planen wir ein Spiel mit einem renomierten Bundesligisten. Am ersten Septemberwochenende wird ein geselliger Teil in der Turnhalle in Ruppach-Goldhausen veranstaltet, wo auch verdiente Spieler und Mitglieder geehrt werden sollen.

 

RS:       Zum Abschluss vielleicht noch ein Frage zu den weiteren Perspektiven und persönlichen Wünschen für den Bereich der Abteilung Handball.

 

MR       Ich wünsche mir, dass es mir gelingt, die jungen Spieler noch viel stärker in die Seniorenmannschaft zu integrieren – weiterhin, dass die zukünftige B-Jugend ein richtig eingeschworerer Haufen wird, so dass wir in spätestens drei/vier Jahren mit ihnen im Seniorenbereich rechnen können. Darüber hinaus wünsche ich mir natürlich, dass meine älteren Spieler weiter bei der Stange bleiben, damit wir gemeinsam weiterhin vernünftigen, attraktiven Handball spielen können.

 

OK       Die Abteilungsarbeit muss gefestigt werden, deswegen werden auch hier noch zusätzliche Mitarbeiter gesucht, die Teile des zusätzlichen Aufwandes übernehmen können. Mit den jetzt schon absehbaren Mannschaften ist mehr Aufwand verbunden, zumal auch im das Problem fehlender  Hallenkapazitäten gegeben ist. Es soll die Basis geschaffen werden, um den Handball beim TuS Ahrbach nicht auf dem jetzigen Stand stehen zu lassen, sondern sich weiterentwickeln zu lassen, um sich dann auch noch höherklassischer orientieren zu können. Unser Ziel sollte auf jeden Fall im Seniorenbereich auch Verbandsliga zu spielen.

 

RS        Vielen Dank für das informative Gespräch, es sind genug Perspektiven gegeben, genug Ziele gesteckt, die in den nächsten Jahren noch verfolgt werden können. Dafür unser Wunsch für die Kraft und auch das Glück, diese Ziele auch umzusetzen. Natürlich auch der Wunsch, dass die Leute, die an Bord sind, auch weiterhin an Bord bleiben und mit helfen, diese Ziele zu erreichen.

 

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Interview mit dem

- ehemaligen Jugendleiter des TuS Ahrbach, Michael Rausch (MR)

- Jugendtrainer im Mädchenbereich, Michael Saal (MS)

- Jugendtrainer im Jungenbereich, Peter Olbrich (PO)  

in der Abteilung Fußball

 

(geführt am 13.116.2004 durch Raimund Schäfer (RS))

 

RS:     Wir haben heute morgen mit der Jugend-Foto-Session schon den richtigen Auftakt gehabt – 120 Kinder und Jugendliche waren zum Fototermin anwesend, ein paar  haben noch gefehlt, insgesamt hat der TuS Ahrbach und die an den Jugendspielgemeinschaften beteiligten Vereine 150 Kinder und Jugendliche in der Betreuung - eine stattliche Anzahl. Also könnte man meinen, in diesem Bereich läuft alles optimal. Wir haben die richtigen Leute jetzt hier am Tisch, mit Michael Rausch, dem langjährigen Jugendleiter, mit Michael Saal, der den Mädchenfußballbereich wieder mit neuen Leben versehen hat und mit Peter Olbrich, der schon lange Jahre als Trainer im Kinder- und Jugendbereich tätig ist. Kann man schließen dass im Jugendfußballbereich alles im grünen Bereich ist ?

 

MR:     Die Anzahl von 150 betreuten Kinder ist sehr stattlich, aber in den letzten Jahren haben wir immer mit den Problemen zu kämpfen, die Kinder mit Trainern und Betreuern ausreichend zu versehen. Beispiel ist in diesem Jahr die E-Jugend mit 3 Mannschaften, mangels Betreuer mussten wir 2 Mannschaften zusammen ziehen, um sie gemeinsam zu betreuen.

 

RS:     Ist das nur ein Problem des männlichen Bereich, oder gibt es dieses Problem auch im weiblichen Jugendbereich ?

 

MS:     Im Mädchenbereich ist dieser aufgezeigte Trend sogar noch stärker ausgeprägt. Wir haben seit dem Sommer 2 Mädchenmannschaften, die momentan nur von mir trainiert und betreut werden. Darüber hinaus ist zwar noch eine halbe Betreuerstelle mit einer Jugendlichen besetzt – aber durch die nur unregelmäßige Verfügbarkeit ist keine dauerhafter Unterstützung gegeben, der diesen Bereich wirklich weiter bringt. Bei den Mädchen kommt hinzu, dass sich eine ganze Abteilung im Aufbau befindet, damit für die Frauen-Regionalligamannschaft ein sinnvoller Unterbau, durchgängig von E- bis B-Mädchen, geschaffen wird. Mit einem Betreuer ist das auf Dauer nicht zu bewerkstelligen, hier muss spätestens in der Winterpause eine Lösung gefunden werden.

 

RS:     Es werden hier massiv die Probleme im Trainer- und Betreuerbereich angeführt. Es wurden bereits mehrer diesbezügliche Aktivitäten seitens des TuS Ahrbach durchgeführt. Werden hier weitere Möglichkeiten gesehen ?

 

PO:     Michael Rausch hat in den letzten Jahren alles getan, um die Situation zu verbessern. Eltern wurden angesprochen, in der E-Jugend wurde z.B. Bernd Rossbach aus der Elternschaft gewonnen. Das sind aber nur Einzelerfolge. Die Schwierigkeit besteht auch darin, dass viele Eltern einfach fußballerisch nicht vorbelastet und dass deswegen die Ressourcen oftmals schnell ausgeschöpft sind. Fest steht auf jeden Fall, dass ein neuer Jugendleiter schnellstmöglich gefunden werden und dass ihm von Vereinsseite größte Unterstützung gegeben werden muss. Das ist auch momentan ein bisschen das Problem, dass der Jugendleiter jedes Jahr mit dem Problem, neue Betreuer in allen Altersklassen zu finden, etwas allein gelassen wird.

 

RS:     Als zentrales Problem kristallisiert sich das Trainer- und Betreuerproblem ganz eindeutig heraus. Sind die sonstigen Gegebenheiten, die Trainings- und Spielmöglichkeiten, ausreichend, um den Trainings- und Spielbetrieb zufriedenstellend durchführen zu können.

 

PO:     Die Bedingungen hier sind aus meiner Sicht hervorragend, wir sind nun mal ein Dorfverein, und die Spielgemeinschaften setzten sich aus verschiedenen Vereinen zusammen, und unter diesen Rahmenbedingungen kann man nicht meckern. Wenn man ein bisschen Engagement an den Tag legt und Verständnis untereinander aufbringt, lassen sich alle evtl. auftretende Probleme lösen und eine Abstimmung und Koordinierung funktioniert dann.

 

RS:     In den letzten Jahre zehrt der Seniorenbereich ja wieder verstärkt aus dem Jugendbereich und kann fast jährlich junge Spieler einbinden. Wie ist das Zusammenspiel zwischen dem Jugendbereich und dem Seniorenbereich ?

 

MS:     Ich sehe hier ein allgemeines Problem, sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich. Prinzipiell sollte man davon ausgehen können, dass Spieler/Innen aus dem Seniorenbereich im Jugendbereich stärker repräsentiert sind, d.h. dass sie sich auch in den Jugendbereich einbringen. Dies ist in früheren Jahren sicherlich erheblich besser gewesen. Der heutige Zustand, dass ein Zusammenspiel zwischen Jugend- und Seniorenbereich kaum gegeben ist, erleichtert natürlich die Arbeit im Betreuerbereich nicht. Idealtypischerweise sollten Trainer/Betreuer kann auch aus dem aktiven Seniorenbereich geben. Ich hoffe, dass dies künftig wieder stärker der Fall sein wird.

 

RS:     Wie ist denn das Zusammenspiel innerhalb des Jugendbereiches ? Werden Aktivitäten gemeinsam durchgeführt oder „lebt“ quasi jede Mannschaft für sich alleine ?

 

MR:     Dieser Bereich ist verbesserungswürdig, weil jede Mannschaft z.B. seine Weihnachtsfeier oder Saisonabschlussfeier selbst organisiert und durchgeführt. Es wäre auf jeden Fall wieder man sinnvoll, eine Weihnachtsfeier und den Saisonabschluss mit allen Mannschaften oder in zwei Gruppen, die man altersbedingt einteilt, durchführt. Hier sind aber auch die an den Spielgemeinschaften beteiligten Vereine gefragt, da eine solche Organisation nicht bei den ohnehin schon übermäßig belasteten Betreuern durchgeführt werden kann.

 

RS:     Wie wird denn die Möglichkeit gesehen, mannschaftsübergreifende Jugendfreizeiten anzubieten, bei denen man an einem Wochenende mit allen Kinder und Jugendlichen in eine Jugendlager fährt, um auch das Zusammengehörigkeitgefühl zwischen den Mannschaften zu verbessern und zu stärken ?

 

PO:     Ich halte das grundsätzlich für eine gute Sache. Wenn eine solche Aktion angeboten würde, bin ich überzeugt, dann die Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen entsprechend positiv sein wird, und sich vielen Kinder und Jugendliche finden werden, die an einer solchen Aktion teilnehmen.

 

RS:     Ein Thema haben wir noch nicht angesprochen, den aktuellen Spielbetrieb. Kurz vor der Winterpause kann man sicherlich schon eine erste Bilanz ziehen, in welchem Bereich man zufrieden sein kann, wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

 

MR:     Ich kann überblicksmäßig sagen, dass wir in allen Bereichen erfolgreich sind. Keine Mannschaft verkauft sich bislang unter Wert. Wir können hoch zufrieden damit sein, was wir bislang erreicht haben. Die Karten werden für vielen Mannschaften im Frühjahr neu gemischt, weil sie in neue Klassen eingeteilt werden. Die B-Jugend steht im gesicherten Mittelfeld, die A-Jugend in der Spielgemeinschaft mit Steinefrenz, ist Tabelleführer. C- und D-Jugend schlagen sich hervorragend.

 

MS:     Im Mädchenbereich ist die Hinrunde fast abgeschlossen, die Erwartungen wurden bei den D-Mädchen auf jeden Fall erfüllt, bei den C-Mädchen sicherlich nicht ganz, hier musste die ein oder andere, manchmal auch zu hohe, Niederlage hingenommen werden. Mann muss hier aber auch ganz deutlich sagen,  dass wir in der kommenden Saison keinerlei Veränderung in den Mannschaften haben, sprich in diesem Jahr spielen beide Mannschaften in ihrer Klasse mit dem jüngsten Jahrgang, so dass z.Z. eine körperliche Unterlegenheit fast in jedem Spiel gegeben ist. Insofern muss ich mit den Ergebnisse der Hinrunde zufrieden sein und kann sie im D-Mädchenbereich als erfreulich bezeichnen. Auf jeden Fall haben die Mädchen in jedem Spiel dem Gegner bis zur letzten Minute ein harten Figth geliefert.

 

PO:     Ich kann das nur bestätigen. Es hängt sehr viel davon ab, ob ich einen älteren oder jüngeren Jahrgang betreue und wie die gegnerische Mannschaft sich zusammen setzt. So unterschiedlich sind dann oft auch die Ergebnisse. Im großen und ganzen kann das Trainerteam zufrieden sein mit dem, was unsere Jungs geleistet haben. Für das nächste Jahr sehe ich schon die Perspektive, dass wir im E-Jugendbereich wieder ganz oben mitmischen. Die F-Jugend spielt bereits jetzt wieder überaus erfolgreich. Für die jungen Jahrgänge, einschließlich der E-Jugend, sollte es in erster Linie darum gehen, Spaß zu vermitteln, zum Training zu kommen und die Kinder so zu begeistern, dass sie dem Fußball verbunden bleiben. Ich denke, das gelingt uns z.Z. recht gut. Die Trainingsbeteiligung ist immer recht hoch, fast immer sind alle an Bord.

 

RS:     Als Resümee kann ich feststellen, dass im sportlichen Bereich sicherlich alles im grünen Bereich ist - Problemstellungen gibt es eindeutig im Betreuerbereich. Hier ist natürlich jeder gefragt, die Vereine, die Senioren, die Alten Herren und auch die Eltern – der Appell sich zu engagierten, darf nicht ungehört verklingen, damit der Nachwuchs als Basis für den späteren Seniorenbereich gut betreut und fußballerisch ausgebildet wird. Vielen Dank für die Informationen und weiterhin viel Spaß und Erfolg für die Arbeit im Fußball-Jugendbereich.

 

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Peter Boehme, Trainer der Fußball-Seniorenmannschaft der SG Ahrbach/Heiligenroth/Girod

 

Interview wurde von Raimund Schäfer geführt (Juni 2004)

 

Peter Boehme, neuer Trainer bei der SG Ahrbach/Heiligenroth/Girod, Nachfolger von Hans Idahl, der 6 Jahre in der SG als Trainer tätig war und dies auch mit viel Erfolg –  Aufstieg in die B-Klasse und die letzten Jahre immer im oberen Tabellenbereich gespielt und den Aufstieg ein paar Mal nur knapp verpasst. Du willst natürlich in dieser erfolgreichen Arbeit fortfahren und hast auch schon früh mit der Trainingsarbeit begonnen. Hast die Mannschaft auch schon kennen gelernt. Welchen Eindruck hat Du bislang von der Mannschaft gewonnen?

 

Ich habe die Mannschaft auch in der vergangenen Saison ein paar Mal beobachtet, als es um die Entscheidung ging, das Amt anzutreten, und war angenehm überrascht. Es ist viel Potential in der Mannschaft – Du hast mit Recht betont, dass Hans Idahl sehr gute Arbeit hier geleistet hat und hier möchte ich natürlich drauf aufbauen. Darüber hinaus konnten wir uns für die neue Saison verstärken und ich denke schon, dass es Ziel sein muss, sich unter den ersten Fünf in der B-Klasse zu platzieren und auch nach Möglichkeit mit einem Auge auf die Aufstiegsplätze zu schielen. Ich habe die Trainingseinheiten bewusst so früh angesetzt, um Zeit zu sparen, zum einem wollte ich nicht, dass die Spieler sich 6 Wochen auf die faule Haut legen und wollte die Kraft- und Konditionsstand ein bisschen erhalten und wollte, dass die neuen möglichst schnell integriert und dass auch mir die Namen der Spieler schnell geläufig werden. Es soll möglichst schnell das erste Eis gebrochen werden zwischen Trainer, den bisherigen Spielern und den neuen Spielern, so dass wir ab 5. Juli intensiv in die Vorbereitungsarbeit einsteigen können.

 

Die hast die neuen Spieler erwähnt. Wer ist hier hinzu gekommen für die neue Saison ?

 

Das ist u.a. der Marcel Wiederhold und der Daniel Wilhelm aus Weidenhahn, ein Mittelfeldspieler und ein Stürmer – in den zurückliegenden Wochen konnten wir schon Freundschaftsspiele gemacht und der Daniel hat schon einige Tore geschossen.  Darüber hinaus Sven Simon (Mittelfeld) aus Heimbach-Weiß, Sascha Huismann (Mittelfeld) aus Horressen und ein neuer Torwart, Andrè Dirsen, aus Höhr-Grenzhausen, der auch schon in der Landesliga gespielt hat. Darüber hinaus sind zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zum Seniorenbereich gestoßen.

 

Es sind auf jeden Fall Spieler, die auch für die 1. Mannschaft eine Verstärkung darstellen – Wenn ich aber die 1. Mannschaft im Seniorenbereich betrachte, ist es eine Mannschaft, die von Durchschnittsalter noch relativ jung ist, natürlich auch mit ein paar älteren Spielern versehen – vom Alter her stellt die Mannschaft also noch eine gute Perspektive dar.

 

Ich finde auch, es ist ein gute Mischung. Wir haben fünf/sechs Spieler, die zwischen 28 und 35 sind und der Rest liegen zwischen 18 und 25 – die Mischung ist also gut, wir brauchen ein paar alte Hasen.

 

In der letzten Saison war ja weniger das Mittelfeld und der Angriff das Sorgenkind, sondern mehr die Abwehr, so dass auch besonders in diesem Bereich auch Bedarf an Verstärkung besteht.

 

Das ist richtig, aber es sollte kein Spieler von vorne herein damit rechnen, dass er sich auf seiner gewohnten Position wiederfindet – jeder muss flexibel sein und der ein oder andere wird sich auch auf einer neuen Position wieder finden. Wir wollten uns natürlich auch im Defensivbereich verstärken und waren auch an einigen Nachwuchsspieler aus dem A-Jugendbereich von Eisbachtal interessiert, die sich jedoch für andere Mannschaften entschieden haben. Aber den Problembereich Defensive sehe ich genau so, es wurden über 50 Tore geschossen, aber auch über 40 Tore kassiert und wenn man beim Tabellenführer auswärts 3 Tore schießt und dennoch 4:3 verliert, dann spiegelt das die Situation wieder.

 

In der jetzigen Vorbereitungsphase spielen und trainieren beide Seniorenmannschaften zusammen – wird die Konstellation und die Einteilung, die sich während der letzten Saison zwischen 1. und 2. Mannschaft konkretisiert hat, aufgebrochen ?

 

Es ist so, wie es allgemein üblich ist – wir fangen alle bei Null an – mir ist aber auch bekannt, dass es in der letzen Zeit doch eine gewisse Distanz zwischen beiden Mannschaften entstanden ist, hier gilt es dran zu arbeiten. Ich möchte, dass die Mannschaften näher zusammen rücken, weil beide voneinander abhängig sind und ich möchte auch der 2. Mannschaft zeigen, dass der Weg in die erste offen ist und natürlich auch den bisherigen Spielern der 1. Mannschaft klarmachen, dass man auch in der Zweiten spielen kann.

 

Es gibt also keine festgezurrten Positionen, sondern es ist alles offen und die Entscheidung fällt während der Trainingsphase und der Einsatz ist abhängig von der gebrachten Leistung in der Trainingsphase und den Vorbereitungsspielen. Jetzt noch einmal zu den Zielen. Wir hatten schon ausgeführt, dass es gilt, sich im oberen Bereich der Tabelle zu etablieren. Inwieweit kann man nach den bisherigen Eindrücken schon abschätzen, ob die Mannschaft auch das Potential für die höhere Klasse mitbringt?

 

Das ist im Moment noch schwierig zu beleuchten, zumal die Klasse stärker geworden ist. Es kommen drei etablierte A-Klasse Mannschaften mit Eschelbach, Niederahr und Niedererbach in die B-Klasse – von daher wird es schwieriger als in der vergangenen Saison, sich oben fest zu setzen. Diese Mannschaften sehe ich auch im Favoritenstatus in dieser Klasse. Jetzt schon zu behaupten, die eigene Mannschaft ist für die höhere Klasse stark genug, das wäre verfrüht, es muss sich zeigen, wie sich das eigene Team u.a. gegen die genannten Mannschaften behauptet.

 

In der letzten Saison waren die Leistungsschwankungen z.T. beträchtlich, man hat starke Leistungen gebracht und im anderen Extrem fest einkalkulierte Punkte leichtfertig verschenkt. Es ist sicherlich auch Zielrichtung ein Konstanz über die gesamte Saison zu erreichen. Hast Du vor, sonstige Änderungen in Bezug auf Trainingsablauf und sonstige Aktivitäten durch zu führen?

 

Ich muss jetzt erst mal selbst herausfinden, was sich eingeschlichen hat in den vergangenen Jahren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es ein Automatismus ist, wenn Trainier über längere Zeiträume ist im Amt sind und sich das ein oder andere einschleift. Das muss man als neuer Mann schnell erkennen, damit man etwas bewegen und ändern kann. Das gilt es jetzt so schnell wie möglich heraus zu finden und die Spieler von der Marschrichtung zu überzeugen, um dann gemeinsam das gesteckte Ziel anzugehen und zu erreichen.

 

Der Erfolg einer Mannschaft ist ja nicht nur abhängig vom Trainer, den Spielern und den Trainingseinheiten, sondern auch vom Umfeld. Hast Du diesbezüglich entsprechende Verbesserungsvorschläge oder Wünsche bzw. siehst Du hier Problembereiche?

 

Ich der kurzen Zeit konnte ich hier schon einiges feststellen. Was für mich ganz neu ist, sind die vielen Absprachen, z.B. hinsichtlich der Trainingsplätze, die getroffen werden müssen. Hinz und Kunz muss gefragt und eingebunden werden. Dann hat man Rasenplätze in Ruppach-Goldhausen und Girod zur Verfügung, die aber beide während in der wichtigsten Zeit der Vorbereitungsphase komplett gesperrt sind. Man versucht Vorbereitungsspiele zu vereinbaren, aber die Gegner möchten natürlich gerne auf Rasen spielen. Das ist natürlich kein günstiger Umstand.

 

Gibt es im Betreuerbereich Probleme ?

 

Das Betreuerproblem ist auch noch nicht gänzlich gelöst. Wir konnten jetzt den Wolfgang Lehmann als Betreuer für die 1. Mannschaft gewinnen, aber dadurch entsteht eine Lücke für die Zweite. Ich möchte den Uwe Lichtenthäler dort nicht alleine lassen. Ja und dann so Kleinigkeiten, die ich aus vergangenen Trainerstationen eigentlich als selbstverständlich angesehen habe, laufen noch nicht in meinem Sinne, aber hier finden im Einzelnen noch Gespräche mit dem Vorstand statt und Lösungen herbei zu führen.

 

Es ist sicherlich wichtig, dass man zu Beginn einer solchen Tätigkeit schon feststellt, wo es noch hakt, um dort frühzeitig ansetzen zu können.

 

Vielen Dank für die umfangreichen Informationen und viel Erfolg in der neunen Funktion.

 

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Volker Haas, Trainer der Frauenfußballmannschaft des TuS Ahrbach

 

Interview wurde von Raimund Schäfer geführt (November 2003)

 

Volker Hass ist seit Mitte des Jahres beim TuS Ahrbach im Bereich des Frauenfußballs tätig und trainiert die Frauenfußballmannschaft. Er war auch in der Vergangenheit bereits im Bereich Fußball als Trainer engagiert – ist der Bereich Frauenfußball jetzt Neuland ?

 

Neuland ist der Frauenfußball für mich schon, aber ich habe schon jahrlang im Bereich des Mädchenfußball gearbeitet, auf Verbandsebene, also von da her ist dieser Bereich nicht grundlegend neu für mich.

 

Im Rückblick auf das vergangene Jahr - Fitz Heißler war Trainer der Frauenfußballmannschaft beim TuS Ahrbach - man ist ein bisschen mit Differenzen auseinander gegangen. Zwischen der Mannschaft und dem Trainer gabt es am Ende doch einige Probleme. Wie sieht denn momentan die Situation nach einem halben Jahr Tätigkeit aus? Stimmt die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer ?

 

Ich behaupt ja - ich denke, wir haben da kein Problem und auch innerhalb der Mannschaft ist z.Z. eine gute Stimmung. Diese könnte allerdings auch etwas besser sein, aber das liegt darin begründet, dass die Ergebnisse nicht ganz so sind, wie wir uns das vorgestellt haben, also ist da schon ein bisschen Nachdenklichkeit gegeben.

 

Das ist die nächste Frage – nach fast der Hälfte der Runde – Zwischenbilanz: 7. Platz, 11 Punkte, 3 Siege, 2 Unentschieden, Rest verloren – Torverhältnis 31:28, d.h. es werden sehr viele Tore geschossen, man fängt aber auch unwahrscheinlich viele Tore – Vor der Saison hat man sich hohe Ziele gesteckt, geht es doch um die Qualifikation zur 2. Bundesliga – Sind diese Ziele noch realistisch ?

 

Hoffnung sollte man immer haben, aber nach dem momentanen Stand der Dinge wäre es vermessen zu sagen, wir wollen jetzt unbedingt die Qualifikation noch schaffen. Vordergründig muss es das Ziel sein, dass wir das Mannschaftsgefüge endlich festigen, dass wir auch mal ein kontinuierliche Leistung über einen längeren Zeitraum bringen können. Wie lange wir brauchen, bis wir das erreichen, bleibt abzuwarten.

 

Ist das Potential der Mannschaft geeignet, um diese Ziele anzustreben bzw. diese Ziele zu erreichen oder müsste man sich gezielt verstärken, um höher gesteckte Ziele zu erreichen ?

 

Prinzipiell hat die Mannschaft genug Potential, um zumindest mal im Bereich des Platzes 5 sich zu etablieren. Ich weiß aber momentan nicht, ob dieser Platz ausreicht, um sich zu qualifizieren. Dieser Platz 5 ist jetzt noch in erreichbarer Nähe, da die Plätze 5 bis 9 von den bisher erreichten Punkten doch relativ eng zusammen und die Mannschaften in diesem Bereich relativ ausgeglichen sind.

 

Welche sonstigen Zielsetzungen könnte man sich setzen, wenn die Qualifikation aus den Augen verloren wird ?

 

Ein Ziel sollte es vielleicht schon sein, das Gesicht der Mannschaft etwas zu verändern. Für meinen Geschmack ist einfach das Gefüge der Mannschaft in seiner Gesamtheit schon zu lange zusammen. Es sind verschiedene Dinge vorhanden, die sind schon so stark eingespielt, dass keine Veränderung, keine Überraschung mehr gegeben ist. Ein oder zwei Ergänzungen auf bestimmten Positionen würden der Mannschaft mit Sicherheit gut tun.

 

Wenn man sich die Altersstruktur der Mannschaft betrachtet, dann ist das doch eine relativ junge Truppe – vom Alter her gesehen also eine Mannschaft mit guter Perspektive ?

 

Die Mannschaft ist noch entwicklungsfähig, wobei bei der ein oder anderen Spielerin abzuwarten bleibt, ob sie sich weiterentwickeln kann. Ein oder zwei Spielerinnen sind dabei, die momentan eine gewisse Stagnation aufweisen und keinen Schritt mehr nach vorne kommen. Hier bleibt abzuwarten, ob diese Spielerinnen sich wieder fangen, ob sie in der Lage sind, sich noch einmal etwas zu steigern und auch weiter zu entwickeln.

 

Mann hat ja auch im Jugendbereich jetzt wieder etwas Perspektiven aufgebaut, in dem man wieder eine Mädchenmannschaft stellen kann. Zeigen sich hier schon Perspektiven, d.h. kann man bereits jetzt erkennen, dass man in ein, zwei, drei oder vier Jahren talentierte Nachwuchskräfte für die Frauenmannschaft aus diesem Bereich gewinnen kann ?

 

Dies zu beurteilen ist jetzt noch etwas früh. Die Mädchen sind doch noch relativ jung und sie sollten doch schon 15 Jahre sein, ehe sie versuchen, den Sprung in die Frauenmannschaft zu schaffen. Aber die Basis ist auf jeden Fall da und das ist ja schon einmal sehr, sehr viel wert. Das ist sehr, sehr positiv.

 

Sie sehen also schon eine gewisse Perspektive, um wenigsten mittelfristig eine gewisse Stabilität in der Leistung zu erreichen und von den momentanen Leistungsschwankungen wegzukommen ?

 

Das ist richtig. Die Spiele gegen die 3 Spitzenmannschaften, Jägersburg, Niederkirchen, Dirmingen, sind eigentlich recht zufriedenstellend verlaufen. Wir waren immer in der Lage, den Spitzenmannschaften Paroli zu bieten und auch Gegentreffer anzubringen, was gegen diese Mannschaften bis dahin selten genug gelungen ist. Jägersburg ist zu uns nach Ahrbach gekommen mit bislang 2 Gegentoren aus 6 Spielen und wir machen denen 4, zeigt das schon etwas von der Offensivstärke. Allerdings ist es auf der anderen Seite natürlich auch so, dass wir 7 Tore gefangen haben. Das zeigt natürlich auch, dass gerade im Defensivverhalten noch viel zu arbeiten ist. Die Mannschaft muss einen Reifungsprozess durchmachen, das Bewusstsein der eigenen Stärke, die eindeutig im offensiven Bereich liegt, ist noch nicht ausreichend vorhanden und es wird meist versäumt wird, im notwendigen Umfang auch nach hinten zu arbeiten.

 

Der Frauenfußball im TuS Ahrbach hat ja eine große, erfolgreiche Tradition, die zwar schon eine gewisse Zeit zurückliegt. Man sagt ja oft, man wird oft gemessen an den Erfolgen der Vergangenheit. Ist diese Tradition für die jetzige Mannschaft belastend ?.

 

Dies ist kein Problem für die Mannschaft. Wir haben ja noch die ein oder andere Spielerin in der Mannschaft, die schon in der Bundesliga gespielt hat, z.B. Ines Beck. Stefanie Manns, Annette Weißenfels, Silke Wilhelmi. Diese Spielerinnen könnten durchaus den Jungen ein bisschen Geschmack machen, mit den entsprechenden Geschichten von den vergangen Erfolgen, die es zu erzählen gibt, wenn man z.B. gegen Bayern München spielen darf. Vielleicht können sie auf diese Art und Weise auch einen kleinen Anreiz für die Jungen setzen, damit die von der Überlegung und ihrem Anspruch auch mal dahin kommen, zu sagen, das könnte wieder ein Ziel für uns sein, und es wäre ganz schön, wenn wir so etwas auch wieder mal erreichen könnten.

 

Eine solche Vergangenheit kann zum einen belastend sein, wenn man immer daran gemessen wird, es kann aber auch Ansporn sein, sich diese Ziele zu setzen und für diese Ziele intensiv zu arbeiten.

 

Wenn in ein paar Jahren die Mannschaft weiter gefestigt und gewachsen ist, wenn die Spielerinnen auch etwas älter, erfahrener und souveräner geworden sind und nicht mehr diese jugendlichen Leichtsinnsfehler machen, dann gibt es sicherlich eine gute Möglichkeit, wieder weiter nach vorne zu schauen und sich größere Ziele zu setzen.

 

Diese Informationen waren sehr aufschlussreich - vielen Dank für dieses Interview und viel Erfolg für die weitere Arbeit bei der Frauenfußballmannschaft des TuS Ahrbach.